Arbeitsschutz: Zecken und Baumpflege

Wer in einem grünem Beruf arbeitet und ständig im Freien ist, ist einem besonderen Zecken-Risiko ausgesetzt. Auch Baumkletterer und Baumpfleger sollten das Thema ernst nehmen. Durch den Klimawandel sind die Milben immer länger aktiv. In Jahren mit trockenem, warmem Herbst oder milden Wintern sind Stiche bis in den Dezember und Januar hinein möglich.

Wie üblich im Arbeitsschutz, gilt bei Zecken: Besser vorbeugen, statt leiden. Wir haben für euch die wichtigsten Tipps und Maßnahmen gegen Zecken kurz zum Auffrischen zusammengefasst.

Gegen Zeckenstiche vorsorgen

Dicke fettgesaugte ZeckeZeckenschutzimpfung aktuell halten: Alle drei oder fünf Jahre sollte die Impfung aufgefrischt werden. Wisst ihr nicht mehr, wann eure letzte Schutzimpfung war oder sind seitdem mehr als drei Jahre vergangen, kontaktiert euren Hausarzt. Unbedingt den Impfausweis mitnehmen. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Impfung.

Wer in der freien Natur arbeitet kann durch richtige Kleidung das Risiko eines Bisses ebenfalls senken. Viele Outdoor-Arbeitshosen haben spezielle Gamaschen, die vor Zecken schützen. Lange Hosen sollten in gefährdeten Gebieten Pflicht sein, damit es die Spinnentiere möglichst schwer haben, ihr Ziel zu erreichen. Socken über die Hosen ziehen oder die Hosenbeine in Schuhe stopfen sieht zwar blöd aus, schützt im hohem Grass aber wirksam vor ungebetenen Gästen. Auch spezielle Zeckensprays bieten Schutz. Getragene Kleidung bei mindestens 60 °C waschen oder trocknen, um verbleibende Tiere abzutöten.

Regelmäßig den Körper – zum Beispiel während oder nach dem Duschen – auf Zecken prüfen. Nie rausdrehen oder gewaltsam entfernen. Spezielle Zeckenkarten oder Pinzetten helfen, die Spinnetiere sauber zu entfernen, ohne das Teile vom Stachel oder Kopf zurückbleiben. Das mindert das Infektionsrisiko. Auf jeden Fall nicht mit Öl oder Klebstoff beträufeln – das reizt die Zecken unnötig.

Was tun bei einem Zeckenstich?

Pfanner ZeckenkarteSollte es zu einem Zeckenstich kommen, ist es wichtig, die Zecken wie oben beschrieben zu entfernen. Zur Sicherheit die Zecke mit transparentem Klebeband auf ein Blatt Papier kleben und mit dem Datum beschrifteten. Im Falle von Erkrankungssymptomen kann dies helfen, schneller die Ursache zu klären.

Die Einstichstelle mehrere Tage beobachten. Die Stelle kann mit einem Stift markiert werden, um nachzuverfolgen, ob sich eine Wanderröte ausbildet. Der zunächst rote Fleck an der Einstichstelle wandert ringförmig nach außen, während sich im inneren die Haut zurück verfärbt. Im Falle einer Wanderröte zwingend den Arzt aufsuchen, um eine Borreliose auszuschließen. Zeigen sich nach einer bis zwei Wochen grippeähnliche Symptome, kann dies auf eine FSME-Infektion hindeuten. Auch hier ist ein Arztbesuch zwingend!

Um was geht’s nochmal bei Zecken?

Zecken übertragen neben anderen Krankheiten FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Borreliose.

Borreliose kommt landesweit vor und ist mit Antibiotika behandelbar. Eine möglichst frühe Diagnose ist für günstige Heilungsaussichten und geringe Folgeschäden wichtig. Einen Impfschutz gibt es gegen Borreliose nicht.

FSME tritt in speziellen Risikogebieten auf. Diese liegen alle in Süddeutschland. Aktuelle Karten gibt es beim Robert Koch Institut. Bei FSME gibt es eine wirkungsvolle Schutzimpfung. Zwar ist das Risiko, nach einem Zeckenstich an FSME zu erkranken, gering, die Krankheit lässt sich aber nicht mit Medikamenten behandeln. Gerade in Risikogebieten ist eine Impfung ratsam.

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One Reply to “Arbeitsschutz: Zecken und Baumpflege”

  1. Meine Mutter kümmert sich regelmäßig um unseren Garten und um die Baumpflege, aber ich habe das Gefühl, dass sie einfach das Risiko manchmal unterschätzt. Sie haben Recht, es ist sehr wichtig, die Zeckenschutzimpfung immer aktuell halten. Das ist etwas, worauf man bei solchen Arbeiten nicht vermeiden müsste. Ich werde es ihr sagen, um sicher zu gehen, dass sie kein Risiko eingeht.

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