Was ist PSA gegen Absturz (PSAgA)?

Die Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) müssen alle Personen tragen, die im absturzgefährdeten Bereich arbeiten – u. a. in der Hubarbeitsbühne. Sie gehört zu den individuellen Schutzmaßnahmen, die die Berufsgenossenschaften vorschreiben. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur PSAgA haben wir im Folgenden kurz und übersichtlich zusammengefasst.

Warum PSA gegen Absturz?

PSAgA schützt den Anwender im Fall eines Absturzes, indem sie den Sturz entweder verhindert (Rückhaltesystem) oder den freien Fall auffängt (Auffangsystem). Arbeiter müssen sie benutzen, wenn der Einsatz von kollektiven Sicherungsmaßnahmen wie Seitenschutz, Fanggerüsten oder Auffangnetzen nicht möglich ist.

Auffanggurt Flex ProWelche Systeme gibt es?

Auffangsysteme dienen dazu, den Anwender bei einem Absturz sicher aufzufangen. Sie stützen und schützen außerdem den gesamten Körper, so dass er während und nach dem Sturz sicheren Halt hat. Bei (Rück-)Haltesystemen liegt der Fokus darauf, dass der Anwender ohne die Gefahr eines Absturzes und ohne zu hohe Belastungen sicher arbeiten kann.

Außerdem zählen auch Rettungssysteme zur PSAgA. Mit Hilfe dieser Systeme muss sich der Anwender entweder selbst retten können – oder sie müssen es einem Retter ermöglichen, den Verunglückten aus der Höhe oder aus der Tiefe zu befreien.

Was sind Bestandteile der PSAgA?

Die Ausrüstung muss an einem zuverlässigen Ankerpunkt befestigt werden können. Sie besteht aus mindestens einer Körperhaltevorrichtung – z. B. ein Auffanggurt – und einem Befestigungssystem. Typische Bestandteile der PSAgA sind z. B. Auffanggurte, Bandfalldämpfer und Höhensicherungsgeräte.

Wer muss PSAgA tragen?

Arbeitgeber, deren Mitarbeiter in absturzgefährdeten Bereichen arbeiten, sind verpflichtet, für die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu sorgen. Auch berufsgenossenschaftlich Versicherte müssen entsprechende Schutzmaßnahmen treffen. Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz ist u. a. für folgende Berufsgruppen relevant: Handwerker, Feuerwehr, Dachdecker, Höhenrettung, Fassadenreinigung, Dachbegrünung und Berufskletterer.

Bandfalldämpfer Absorbica-Y MGOHöhensicherungsgerät OlympeWie muss PSAgA geprüft sein?

Alle Systeme und Bestandteile der Persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz müssen vorschriftsmäßig geprüft und gekennzeichnet sein. Arbeiter und Firmen dürfen nur Ausrüstung einsetzen, die ein CE Kennzeichen trägt. Außerdem muss sie nach der für den Anwendungsbereich entsprechenden Norm (DIN oder EN) geprüft sein.

Jeder Nutzer ist darüber hinaus verpflichtet, die eigene PSAgA vor jedem Einsatz auf Schäden oder Mängel zu überprüfen. Firmen und gewerbliche Nutzer müssen die Ausrüstung zusätzlich mindestens alle 12 Monate durch einen Sachkundigen prüfen lassen.

Wichtige Voraussetzungen für den Anwender

Die Anwender von PSA gegen Absturz müssen in deren Gebrauch unterwiesen sein. Außerdem müssen sie eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung (G41.0) vorweisen. In Betrieben müssen detaillierte Anweisungen und eine entsprechende Gefährdungsbeurteilung vorhanden sein.

Mögliche Gefahren

Im Fall eines Sturzes mindert ein Auffangsystem deutlich das Risiko, sich schwer zu verletzten. Ganz verhindern kann es mögliche gesundheitliche Folgen grundsätzlich aber nicht. Dennoch reduziert der Einsatz von PSAgA die Schwere möglicher Verletzungen. Entscheidend ist dabei aber, dass der Anwender die Ausrüstung richtig benutzt. Ein falsch angelegter Gurt oder eigenmächtig veränderte Systeme bergen die Gefahr, dass die PSA versagt.


Quellen:

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