PSAgA bei der Arbeit in Hubarbeitsbühnen

Fahrbare Hubarbeitsbühnen (FHAB) befördern den Anwender zu höher gelegenen Arbeitsplätzen. Aus dem Arbeitskorb erledigen die Arbeiter dann die anfallenden Tätigkeiten. Der Einsatz von Hubarbeitsbühnen ist mittlerweile in vielen Arbeitsbereichen Standard. Hubarbeitsbühnen sind zum einen wirtschaftlicher und flexibler als andere Alternativen. Zum anderen sind sie deutlich sicherer als Gerüste oder Leitern. Trotzdem gibt es auch hier einige Sicherheitsaspekte, die beachtet werden müssen.

Fahrbare Hubarbeitsbühnen

Auch in der Baumpflege sind sie bei bestimmten Aufgaben eine schnelle und unkomplizierte Zugangstechnik in die Krone des Baumes. Gerade das kombinierte Verfahren mit Kletterer und Person in der Bühne ist äußerst effizient. Der Kletterer arbeitet im Kroneninneren und im Wipfelbereich und gelangt dort schnell überall hin. Der Mann in der FHAB bearbeitet den Außenastbereich – und erspart dem Kletterer den schwierigeren Weg dorthin.

Hubarbeitsbühnen: mögliche Risiken

Die wesentliche Gefahr bei der Arbeit in Hubarbeitsbühnen besteht darin, aus dem Arbeitskorb herauszufallen und abzustürzen. Für einen solchen Sturz gibt es unterschiedliche Gründe. Katapulteffekte oder Peitscheneffekte sind mögliche Ursachen. Sie werden durch ruckartige, plötzliche Bewegungen der Hubarbeitsbühne ausgelöst und schleudern die Personen im Arbeitskorb aus diesem heraus.

Katapult- oder Peitschenffekt

Katapulteffekte entstehen beim Umsetzen der Hebebühne, wenn diese z. B. Bodenunebenheiten überfahren – oder wenn sich der Arbeitskorb in der Umgebung, z. B. in einem Ast, verhakt und hängen bleibt. Sie passieren aber auch, wenn es zu einem Auffahrunfall im öffentlichen Straßenverkehr zwischen der FHAB und einem Fahrzeug kommt.

Weitere Ursachen für Stürze aus dem Arbeitskorb

Ein Sturz aus dem Arbeitskorb der Hubarbeitsbühne droht außerdem, wenn die Bühne umkippt oder abkippt. Das passiert z. B., wenn eine der Stützen einsinkt, weil der Untergrund nachgibt. Ebenso lassen Unachtsamkeit beim Aufbau, dem Ausrichten und Zuladen Arbeitsbühnen umstürzen. Auch Hydraulik- oder Materialschäden an der Bühne führen zu Stürzen.

Und zu guter Letzt ist an manch einem Sturz auch der Benutzer selbst schuld. Verhält er sich nicht den Vorgaben entsprechend oder arbeitet fahrlässig, erhöht sich auch das das Risiko eines Unfalls. Gefahr besteht bspw., wenn sich der Arbeiter über das Geländer hinauslehnt oder darübersteigt – oder wenn er vergisst, den Einstieg sachgemäß zu verschließen.

Risiko mit PSAgA verringern

In der für Hubarbeitsbühnen maßgeblichen Norm EN 280 ist vorgeschrieben, dass in den Arbeitskörben Anschlagpunkte für Rückhaltesysteme vorhanden sein müssen. Diese Rückhaltesysteme verhindern, dass z. B. Katapulteffekte Personen aus dem Korb hinaus schleudern.

FHAB Set Uni 2 zur Anwendung in HubarbeitsbühnenSpezielle PSAgA für Hubarbeitsbühnen

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) empfiehlt, speziell für die Verwendung in Hubarbeitsbühnen geprüfte PSAgA zu benutzen. Diese Sicherungssysteme bestehen aus einem Auffanggurt nach EN 361, einem Verbindungsmittel und einem Falldämpfer, einem mitlaufenden Auffanggerät oder einem Höhensicherungsgerät. Sie sollten außerdem eine Gesamtlänge von maximal 1,80 m aufweisen. Natürlich ist auch ein Schutzhelm mit Kinnriemen Pflicht!

Wichtig ist, dass Anwender nur Systeme verwenden, die die auf den Anschlagpunkt einwirkende Kraft auf dessen maximale Tragfähigkeit begrenzen. Wird der Anschlagpunkt überlastet, besteht nicht nur die Gefahr, dass dieser versagt. Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Hubarbeitsbühne umkippt. In der Norm sind 3 kN vorgeschrieben. Die Reduzierung der Kraft wird zum einen durch energieabsorbierenden Elemente wie Bandfallfdämpfer erreicht. Zum anderen verhindert die maximale Länge von 1,80 m einen freien Fall.


Quellen:

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