Freeworkers 10-jähriges Jubiläum

Am Freitag, den 11. September 2009, wurden schon am frühen Nachmittag die ersten Zelte auf der Wiese aufgeschlagen. Die ersten Kinder tobten auf dem Trampolin, die ersten Gäste wanderten über das Festgelände. Dann wurden es ganz schnell immer mehr. Als Johannes und Erich das Fest zum 10-jährigen Firmenjubiläum vom Freeworker eröffneten, wurden viele Gäste lachend Zeugen eines Fassanstichs der besonderen Art.

Die Gäste kommen

Die Präsentationen der Aussteller lockten zahlreiche interessierte Zuschauer an, im Freeworker-Shop drängten sich die Kunden. Für viele war es der erste persönliche Besuch in unserem Shop – entsprechend groß waren das Staunen und die Begeisterung über die riesige Auswahl. Das große Pfanner-Zelt sah schon am Freitag manch bemerkenswertes Schaulaufen in Sachen „Schnittschutz-Arbeitsmode“. Kurz: Der Laden brummte! Kein Wunder, dass das erste Bier am Abend ganz besonders gut schmeckte!

AirEmotion

Der Freeworkersche Rundflug war ein Dauerbrenner. Hier standen schon am Freitagnachmittag die Leute Schlange, um sich einen Platz zu ergattern. Kaum jemand ließ die Gelegenheit aus, in 50 Metern Höhe über das Freeworker-Gelände zu schweben. Der Blick auf die Umgebung faszinierte und erlaubte sogar einen etwas weiteren Blick auf München.


 

Der große Festabend

Und dann war es soweit: Der Shop war geschlossen, die Spiele für den Tag eingestellt, alles versammelte sich in der Festhalle. Stefan Bilharz hielt einen äußerst erhellenden Vortrag über die Geschäftsaktivitäten seines Bruders und die wahren Hintergründe der Freeworker Unternehmensgeschichte. Familie Pfanner überraschte Chefs und Mannschaft mit einem herzlichen Jubiläumsgruß und einem Korb voller Vitamine für den Boss-im-24h-Dauereinsatz namens Johannes. Das Team stellte seine Dichter- und Sängerkünste unter Beweis. Dann kam der musikalische Ausdruck der schon sprichwörtlichen Freeworker-Power: „Power Percussion“ gaben eine Vorstellung, die man mit Worten nicht beschreiben kann. Bei nächster Gelegenheit unbedingt mal ansehen und vor allem hören – bei uns tobte der Saal!

Das große Abtanzen

Nach einer kleinen Umbaupause betraten „Bluekilla“ die Bühne und verließen sie fast zweieinhalb Stunden nicht mehr. Kaum jemand konnte ruhig stehen bleiben. Fast alle tanzten. Aber nur die ganz Fitten hielten so richtig lange durch. Es war einfach klasse! Ska vom Allerallerfeinsten. Die Wellenllänge zwischen Musikern und Tänzern/Zuhörern passte tausendprozentig. Die Stimmung wurde immer heißer. Als die Band nach fünf Zugaben schließlich um 0.30 Uhr die Bühne verließ, waren Musiker und Publikum gleichermaßen „alle“.


 

Gewusst wie, was und warum!

Die Fachvorträge versammelten ein ziemlich großes, sehr interessiertes Publikum. Es wurde viel vermittelt, geübt, gefragt und im Anschluss noch lange debattiert.

Sport + Spiel

Highline

Auf neun Metern Höhe über eine Distanz von zehn Metern lief der Highline-Wettbewerb. Jeder, der schon mal über eine Slackline auf normaler Trainingshöhe von vielleicht 60 Zentimetern spaziert ist, kann sich vorstellen, wie wackelig sich das ganze Unterfangen auf neun Metern Höhe anfühlen muss. Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen ist die Highline eine enorme Herausforderung! Ein bisschen stolz sind wir deshalb schon über die beiden Ausbilder der Münchner Baumkletterschule, die die ersten beiden Plätze eroberten.

  1. Moritz Theuerkauf (hat die komplette Distanz mehrfach bewältigt und zusätzliche Kunststücke eingebaut)
  2. Matthias Goede (läuft in knallorangen Crogs übers Band)
  3. Christoph Moser und Johannes Griebenow


 

Beach Rolly Contest

Wir waren ja etwas skeptisch, wie das alles funktionieren sollte – aus ein paar Brettern, Pflöcken und Holzballen einen Parcours basteln, der herausfordert und richtig Spaß macht. Aber Thomas Sack, der das ganze Konzept erstellt hatte, und Johannes Bludau haben das mit vereinten Kräften tatsächlich hinbekommen. Das Vergnügen war allseits groß, bei Teilnehmern, Zuschauern und der Jury! Hier die Helden des Beach Rolly Parcours:

  1. Tim Schröder (mit klarem Vorsprung aufgrund einer glanzvoller Haltungsnote und hohem Unterhaltungswert)
  2. Markus Bauknecht
  3. Dirk Lingens

Der erste Preis war ein echtes Unikat, entworfen von Johannes Bludau. Dieser aufgemotzte Beach Rolly (extra große Räder, Rückspiegel, Tacho, Trinkflasche, Klingel, Scheinwerfer …) hat künftig mit Sicherheit einen steigenden Sammlerwert.


 

Die Freeworker Waterline

Das Wetter spielte mit und so nutzten einige Wasserratten die Gelegenheit, sich auf unserer Waterline zu üben. Einige schafften es tatsächlich trockenen Fußes übers Wasser, andere landeten unter großem Gejohle im kühlen Nass.

Der Freeworker Kinder-Funpark

Wir haben uns richtig ins Zeug gelegt, um auch unsere jüngeren Besucher bei Laune zu halten – und es hat sich gelohnt. Die Kleinsten, Kleinen und natürlich auch Größeren waren begeistert von Kinderklettern, Sandberg, Hüpfburg, Seilbahn, Euro-Bungee, Kistenklettern, Zorb-Ball, Waterline, Slackline, Körperbemalung und den Hüpfbällen.


 

150 Fuß Footlock-Event

Das von allen Anwesenden mit Spannung erwartete 50 Meter Footlock-Event bildete den Abschluss unseres 10-Jahres-Festes. Der in schwindelnde Höhe ragende Arm des 70-Tonnen-Krans flößte allen Respekt ein. Zehn Teilnehmer hatten sich für diese Herausforderung angemeldet. Hier kletterten die Wettbewerber eine Strecke, für deren Bewältigung ein Großteil der Menschheit den Aufzug wählt. Die übliche Meisterschaftsstrecke beträgt für Männer 15 Meter und 12 Meter für Frauen. Den Weltrekord der Männer hält gegenwärtig Sebastian Hoffmann mit 13,06 Sekunden. Die längste bislang im Footlock zurückgelegte Strecke beträgt 100 Meter, erklommen von Bernd „Beddes“ Strasser, achtfacher Weltmeister im Baumklettern, und ebenfalls gern gesehener Gast auf unserem Fest!

Die 10 Helden des ersten „150 Fuß-Footlock-Events“

Freeworker 10 Jahre: Footlock Teilnehmer 1–5
Freeworker 10 Jahre: Footlock Teilnehmer 6–10
 

Begrifflichkeiten, Höhe und Zeitmessung

Der 50-Meter-Kran musste das Seil über unser Dach auf den Festplatz positionieren. Aufgrund der enormen Ausladung von 38 Meter lag der Aufhängepunkt am Ende „nur“ bei ca. 44 bis 45 Meter. Die Höhe wurde nicht genau gemessen und so ist es wohl besser, wir nehmen die amerikanische Längenmessung und sprechen von 150 Fuß (das erinnert an die Anfänge von Freeworker vor 10 Jahren, als die Kletterseile noch aus den USA importiert wurden; dort lagen die Standardlängen bei 120 und 150 Fuß). Im Vordergrund stand aber der Spaß. Denn die Höhe war so oder so schon gigantisch und beeindruckend, weshalb diese Ungenauigkeit in der Höhenmessung dem Wettbewerb keinen Abbruch tat. Bitte nehmt aber die Zeiten und Höhen für spätere Vergleiche nicht allzu genau, denn weder die Höhen-, noch die Zeitmessung waren exakt genug.

Die technische Umsetzung – raffinierter Plan von Sebastian Hoffmann

Wie bitte schafft man es, am Doppelseil 50 Meter zu footlocken? Gar nicht so einfach, denn das Seilgewicht muss mit den Füßen hochgehoben werden, was mit zunehmender Höhe verständlicherweise immer unmöglicher wird. Sollte man die Technik verwenden, die Bernd Strasser bei seinem „Wetten Dass“-Auftritt eingesetzt hat? Dort hatte er für die 100 Meter mehrere Seilstücke miteinander verbunden und beim Übersteigen des einen auf das nächste Seil das Seil unter sich ausgehängt und abgeworfen, um so das Seilgewicht gering zu halten. Er konnte dadurch aber nicht mit Footlockschlinge klettern, weil der Klemmknoten nicht über die Verbindungsstelle geschoben hätte werden können. Er war also nur mit Back-up am Rücken gesichert. Das war mir zu heiß. Ich wollte unbedingt zur Top-Rope-Sicherung eine zweite Absicherung und suchte nach einer Methode, wie man mit Footlockschlinge am Seil klettern kann. Sebastian Hoffmann gab den entscheidenden Tipp. Er schlug vor, oben am Kran – zwei oder drei Meter vom Kletterer entfernt – eine Umlenkrolle anzubringen, in die man eine Reepschnur hängt, die an beide Enden des Footlockseils befestigt wird. Ein Helfer zieht dann mittels dieser umgelenkten Reepschnur das Ende des Footlock-Seiles parallel zum Kletterer mit nach oben. So hat der Kletterer nie mehr als 10 oder 15 Meter Seilgewicht unter sich. Das hat prima funktioniert, deshalb Dank an Sebastian Hoffmann!

Lediglich Thomas Henjes, der als erstes gestartet war, hatte Pech. Wir hatten nicht berücksichtigt, dass man mit der Reepschnur nicht mehr Seil auf der Zugseite der Umlenkrolle haben sollte als auf der Seite des Kletterers. Sonst wird das hängende Seil durch das Gewicht hochgezogen und gestrafft. Bei ihm ist das ungefähr zehn Meter vor dem Ziel passiert. Das volle Seilgewicht zog nun am Klemmknoten und er hatte Mühe, die Füße aus dem gestrafften Doppelseil zu bekommen und weiter zu klettern. Wir hätten ihn gerne nochmals klettern lassen, aber 150 Fuß zweimal hintereinander an einem Tag? Das ist kräftemäßig nicht machbar. Thomas, bitte entschuldige! Du hast Dich aber trotz der Schwierigkeiten toll nach oben gekämpft und bist der Sieger der Herzen und ein großartiger Kletter-Pionier!

Sebastian Hoffman selbst hat es auch erwischt, aber dieses Mal ohne unsere Schuld. Es war der Wind, das himmlische Kind. Der Wind trieb das Seil so stark aus dem Lot, dass Sebastian es nur mit viel Mühe mit den Füßen zu greifen bekam, was natürlich viel Zeit kostete.

Markus Bauknecht – Gewinner des 150-Fuß-Aufstieg-Events

Wir haben in der Planung hin und her geschwankt, ob wir ein reines Footlock wollen oder die Aufstiegstechnik frei wählen lassen. Weil noch nicht klar war, ob viele Leute klettern wollen oder ob wir eine technische Lösung für das Footlock finden, war im Vorfeld mal vom einen, mal vom anderen die Rede. Am Ende sind sieben Teilnehmer mit Footlock und drei mit Geräten aufgestiegen.

Gewonnen hat Markus Bauknecht mit einer Treppenaufstiegstechnik in sagenhaften 88 Sekunden. Ronny Epple war Schnellster beim Footlock.

Nach dem Event gab es zu Recht lebhafte Diskussionen darüber, ob man die Techniken miteinander in einen Topf werfen kann oder sollte. Ich hatte mir da im Vorfeld keine großen Gedanken gemacht, weil für mich der Spaß im Vordergrund stand und mir die Bedeutung für zukünftige Vergleiche nicht gegenwärtig war. Deshalb hatte ich ohne groß nachzudenken, Markus Bauknecht, Ausbilder der Münchner Baumkletterschule, zum Sieger gekürt und ihm den ersten Preis überreicht (das Original 140 Meter Dyneema-Seil des Ersten 150-Fuß-Footlock-Events). Er hatte eindrücklich demonstriert, wie elegant und einfach Geräteaufstieg sein kann. Nachdem Markus dann zwar froh und stolz über diesen Preis verkündete, dass er sich sehr freue, aber eigentlich die Footlocker die Helden seien und deren Leistung würdigte, habe ich zum ersten Mal über die Bewertung nachgedacht. Bitte entschuldigt! Man hätte auf alle Fälle im Vorfeld klarer definieren sollen, ob man einen reinen Footlock-Wettbewerb macht, Freestyle oder Geräteaufstiegswettbewerb. Von vielen Seiten hagelte es deshalb Kritik und ich habe eingesehen, dass ich als Verantwortlicher diesen Sachverhalt hätte im Vorfeld besser klären müssen. Überlastung und das Chaos sind da natürlich keine Entschuldigung, denn wenn ich dieses Event als Highlight ankündige, dann muss dass natürlich auch professionell durchdacht sein. Ich kann mich im Nachhinein nur nochmals dafür entschuldigen.

Wir haben deshalb beschlossen, im Nachhinein auch die Footlocker als geschlossenen Wettbewerb zu bewerten und dem ersten einen würdigen Preis zukommen zu lassen. Ronny Epple hat mit 107 Sekunden das Rennen unter den Footlockern für sich entschieden, dicht gefolgt von James Kilpatrick aus Neuseeland (108 sec.) und Moritz Theuerkauf (111 sec.). Und weil wir weder eine Kamera an der Glocke hatten und so nicht genau erkennen konnten, wann jemand wirklich oben angekommen ist und auch sonst sicherlich noch Ungenauigkeiten in der Zeitnehmung vorgekommen sein können, werden wir den drei besten Footlockern, die zeitlich so eng beieinander lagen, einen 1. Preis zukommen zu lassen!

Der erste 150-Fuß-Footlock-Event hat somit vier „Erste Plätze“! Und zehn Sieger: nämlich alle, die den Mut hatten, sich der ungewöhnlichen Herausforderung zu stellen!

Gerätetechnik

  • Markus Bauknecht, Nordrhein-Westfalen, Ausbilder der Münchner Baumkletterschule, mit einem Seilklemmen-Aufstieg (88 sec.)

Die Footlocker

  • Ronny Epple, Baden-Württemberg, Deutscher Meister, Schwedischer Meister und Europameister im Baumklettern (107 sec.)
  • James Kilpatrick, New Zealand, Meister-Baumkletterer und Champion in zahlreichen nationalen wie internationalen Wettbewerben; zuletzt gefeiert während der Texas Tree Climbing Championships im Mai 2009 (108 sec.)
  • Moritz Theuerkauf, Bayern, Ausbilder der Münchner Baumkletterschule, zahlreiche erste Platzierungen bei Einzelwettbewerben im Baumklettern (111 sec.)


 

Footlock contra Geräteaufstieg

Ich hatte zusammen mit Anja Ueberschär den Aufstiegswettbewerb kommentiert und dabei laut über Mikrofon mal so lapidar verkündet, dass die Footlocker und die Geräteaufsteiger physikalisch die gleiche Energie aufbringen müssen (frei nach der Formel: Energiebedarf ist Masse x Gewicht x Höhe). Das hat heftige Proteste und Zweifel ausgelöst, da doch von allen der Geräteaufstieg als einfacher und kräfteschonender empfunden wird. Die Footlocker sahen sich zurecht in ihrer Leistung nicht ausreichend gewürdigt, zumal die besten Footlocker der Welt am Start waren und trotzdem ein Gerätekletterer gewonnen hatte. Mea Culpa! Ich werde versuchen, diese Sache gerade zu rücken und aufzuarbeiten. Vielleicht kann ich jemand kompetentes dafür gewinnen, uns die physikalisch korrekte Erklärung für das zu liefern, was wir im Innersten wissen, es aber nicht erklären können – und so die Kräfteverhältnisse ins richtige Licht rückt (Energie, Leistung, Arbeit in Bezug auf die verschiedenen Kletterverfahren).

Toni Pfanner vom Fest beeindruckt – spontanes Sponsoring des Footlock-Events

Toni Pfanner, der es sich nicht nehmen ließ, mit seiner Frau an beiden Tagen bei unserem Fest dabei zu sein, war so beeindruckt vom Fest, den Spaß- und Spielangeboten und der Stimmung unter den Besuchern und Teilnehmern, dass er nach dem Footlock-Wettbewerb ans Mikrophon trat und spontan verkündete, er übernehme die Kosten für den 70-Tonnen-Autokran für die gesamten zwei Tage. Das habe ich unter dem tosenden Applaus der Zuschauer gerne angenommen und möchte mich bei Toni an dieser Stelle nochmals ganz herzlich im Namen aller bedanken. Denn der Kran war nicht nur für die zehn Teilnehmer des Footlock-Events angemietet, sondern für alle Gäste. Jeder konnte mit dem einzigartigen AirEmotion-Vogel in 50 Metern Höhe über das Fest kreisen und die Welt von oben betrachten. Alle, die diese Gelegenheit nutzten, waren begeistert von dem Gefühl, zu fliegen und von der grandiosen Aussicht auf München und die Berge. Ich hätte stundenlang mit diesem Vogel fliegen wollen.

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