Wie Hanif aus Afghanistan floh und beim Freeworker landete

Der geographische und kulturelle Hintergrund als Barriere, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen? Diese Auffassung möchte Freeworker widerlegen und zeigt mit der Geschichte unseres Mitarbeiters Hanif, wie gut Integration in die Gesellschaft durch Arbeit funktionieren kann – mit den richtigen Rahmenbedingungen und der nötigen Unterstützung.

Ausgangsituation

Krieg, Verfolgung und Korruption zwangen den in Afghanistan geborenen Hanif Ahmadi in die Flucht. Er begibt sich im Herbst 2016 auf eine Reise, deren Ausgang ungewiss schien. Einen Monat lang dauert seine Flucht von Afghanistan nach Deutschland. Mit den verschiedensten Verkehrsmitteln und zu Fuß legt er die Route von fast 5000 Kilometer von seiner Heimat bis zu seinem Ziel auf sich alleine gestellt zurück. Schnell merkt er, dass dieser Schritt ihn vor viele Herausforderungen stellt. In Deutschland eingetroffen, lassen sich nicht sofort alle Hoffnungen erfüllen.

Der lange Weg nach Deutschland

Die Ankunft in Deutschland brachte eine ungewohnte Bürokratie, zu erfüllende Auflagen und allen voran sich ins Unermessliche ziehende Wartezeiten mit sich. Für einen jungen geflüchteten Mann ohne jegliche Sprachkenntnisse und die nötigen finanziellen Mittel mehr als herausfordernd. „Ich kannte niemanden, verstand die Sprache nicht und musste den Ämtern mein ganzes Leben offenlegen“, erzählt Hanif.

Es folgten weitere Rückschläge, die den Start in ein neues Leben zusätzlich erschwerten: Die ersten Monate bleibt ihm die Aufnahme eines Beschäftigungsverhältnisses verwehrt, dazu lehnen die Behörden seinen Asylantrag aus kaum nachvollziehbaren Gründen ab. Ein herber Rückschlag für Hanif, der von einer Zukunft in Deutschland träumt.

Lange Zeit überlegt er, wie er mit all den Widerständen umgehen soll. Er entscheidet sich dafür nicht aufzugeben und für seinen großen Traum eines selbstbestimmten und sicheren Lebens in Deutschland zu kämpfen. Der junge Mann holt sich von vielen Stellen Unterstützung – mit Erfolg: Mittlerweile konnte er die Genehmigung einer Arbeitserlaubnis bis 2021 erwirken. Was danach kommt bleibt weiterhin unklar.

Unterstützung durch Social-Bee

Umso klarer ist jedoch, dass sein Weg bis hierhin zwei wesentlichen Einflussfaktoren geschuldet ist:

  1. Hanifs bewundernswertem Engagement, Fleiß und Willen
  2. Menschen, die das Potential der Geflüchteten wahrnehmen und diese in ihrem Bestreben unterstützten

Logo Social-BeeLetzteres ermöglichte das soziale Startup Social-Bee, mit denen Freeworker 2019 das erste Mal zusammenarbeitet. Die non-profit Zeitarbeitsfirma mit sozialen Ansprüchen hat es sich zur Aufgabe gemacht, Geflüchteten eine Chance auf Integration zu ermöglichen, indem sie ihre Stärken entdecken und fördern.

Als erster Integrationsdienstleiter in Deutschland treibt Social-Bee die Eingliederung von Flüchtlingen durch Arbeit unter Wahrung sozialer Standards voran. Die Firma mit Sitz in München und Stuttgart leistet weitreichende Starthilfe, die andere Stellen bislang nicht erbringen konnten und versteht sich als Brückenbauer. Das Ziel besteht in der Sicherstellung von sozialem Nutzen und fairen Wirtschaftens. Viel Wert legt das Start-up auf den Abbau von Vermittlungshemmnissen, wie fehlenden Sprachkenntnissen, oder bestehenden Vorurteilen.

Das Konzept von Social-Bee fußt auf einer ganzheitlichen Integration, welche Sprachkurse, Weiterbildungen, sowie die Begleitung durch einen Integrationsmanager beinhaltet. Die professionelle sprachliche und pädagogische Begleitung zugunsten einer nachhaltigen Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt stellt eine wesentliche Säule dar.

„Die Einnahmen aus der Überlassung werden investiert in unser umfangreiches Integrationsprogramm. Jeder überlassene Mitarbeiter erhält enge Einzelbetreuung durch einen Integrationsmanager bei Social-Bee, der bei allen Themen und möglichen Problemen unterstützt, sei es die Wohnungssuche oder asylrechtliche Themen. Neben Organisation und Finanzierung von Sprachkursen bieten wir außerdem berufsspezifisch relevante Weiterbildungsmaßnahmen, Workshops und bis zu 100 Euro Zuschuss zum Jobticket für den Nahverkerkehr“, schildert Sarah Schilberg, Head of Marketing bei Social-Bee das Konzept.

Darüber hinaus fungiert Social-Bee als Schnittstelle zwischen Arbeitnehmer und Unternehmen. Es kümmert sich um die anfallende Bürokratie, die viele potentielle Arbeitgeber vor einer Anstellung zurückschrecken lässt.

Mann und Social-Bee Logo„Zwar würden Unternehmen in der Regel auch Geflüchtete einstellen, allerdings gibt es einige Hindernisse, die es zu bewältigen gilt: Wo finden sich entsprechende Kandidaten? Wer darf arbeiten und wie beantragt man die notwendige Arbeitserlaubnis? Was, wenn die Sprachkenntnisse nicht ausreichen? Hier setzen wir von Social-Bee an.“, erklärt Schilberg.

Der Rekrutierungs- und Einstellungsprozess wird durch das geschulte Personal von Social-Bee abgedeckt. Durch die starke Vernetzung von Social-Bee auf dem Arbeitsmarkt (mehr als 70 Partnerunternehmen) und durch die enge Zusammenarbeit mit den Behörden und Helferkreisen kann das Start-Up oftmals dort noch was bewegen, wo andere bereits aufgeben würden.

Social-Bee trägt dazu bei, ein neues Verständnis von Engagement und Integration innerhalb der Gesellschaft zu etablieren. Dieses Programm scheint zu halten, was es verspricht: „Wir konnten bereits über 180 Geflüchtete in Arbeit bringen. Ca. 100 sind derzeit bei Social-Bee angestellt und für uns in München und Stuttgart bei Partnerbetrieben im Einsatz.“

Engagement von Freeworker

Zwei Männer in einem Warenlager

Erich Rotheimer und Abteilungsleiter Thomas Eisenschmid

Freeworker möchte dem Ruf von Social-Bee folgen. Wir unterstützen daher die Eingliederung Geflüchteter in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft. Erich Rotheimer, Mitinhaber der Freeworker lobt die gute Zusammenarbeit und das ausgedehnte Engagement von Social-Bee. In seinen Augen stellt diese Kollaboration einen wichtigen Beitrag für Geflüchtete ohne erkennbare Anlaufstelle dar.

„Die Leute kommen hier her und sprechen die Sprache nicht, kennen sich nicht aus. Da ist es wichtig, dass man als Unternehmen die Hilfe anbietet, die im Rahmen der eigenen Möglichkeiten zur Verfügung steht“, begründet Rotheimer sein Engagement. Die Arbeitnehmer werden auf verschiedensten Ebenen fit für den Arbeitsmarkt gemacht und zeigen starke Leistungsbereitschaft und Motivation. Dies trifft auch auf Hanif zu, der dieses Jahr über Social-Bee bei den Freeworkern eine Anstellung im Lager bei der Abteilung Thomas Eisenschmid fand .

Wege auf den Arbeitsmarkt

Nachdem Hanif seinen Lebenslauf bei Social-Bee einreichte, prüften Letztere, welche Stellen aufgrund des Bewerberprofils infrage kommen. Diese Stellen liegen oft im Bereich Lager, Logistik, Produktion und Einzelhandel. Es folgte ein Assessment Center, welches durch ein Gespräch mit dem zuständigen Kundenbetreuer ergänzt wurde. Hanif konnte in allen Bereichen überzeugen und Social-Bee erstellte ein Bewerberprofil mit einem Bewerbungsvideo von Hanif, das an Freeworker weitergeleitet wurde.

Begleitet vom Integrationsberater folgte Hanif der Einladung von Freeworker zu einem ersten persönlichen Kennenlernen im Betrieb. Im Rahmen einer Hospitation lernten sich beide Seiten kennen und gewannen einen ersten Eindruck voneinander. Dies gipfelte in einem Arbeitnehmerüberlassungsvertrag zwischen Social-Bee und Freeworker und einem Arbeitsvertrag zwischen Hanif und Social-Bee. Der erste Schritt war getan und die Integration von Hanif konnte weiter voranschreiten.

„Zu Beginn wird der Kandidat mit kleineren, leichteren Aufgaben vertraut gemacht. Merken wir als Firma dann, dass das gut klappt, kann der Arbeitnehmer nach und nach Neues dazulernen und mit zunehmender Qualifikation innerhalb der Firma aufsteigen.“, berichtet Rotheimer über den Verlauf. Dabei unterstützt Social-Bee weiterhin bei der persönlichen und fachlichen Entwicklung des Arbeitnehmers. Im Falle Hanifs trug Social-Bee die Kosten für den Staplerführerschein und den anstehenden Deutschkurs übernimmt das Unternehmen ebenfalls. „Das Konzept ist gut, weil man nicht alles alleine machen muss. Social-Bee weiß, welche Unterlagen man braucht und hilft einem auch, diese anzufordern und richtig auszufüllen.“, erklärt Hanif.

Wünsche für die Zukunft

Hanif ist trotz des holprigen Starts in Deutschland mit seinem jetzigen Leben zufrieden und möchte sich hier langfristig etwas aufbauen. Jedoch quält ihn noch immer die Ungewissheit über seinen Aufenthaltsstatus. „Mein Wunsch für die Zukunft ist, dass ich in Deutschland bleiben kann und in Sicherheit lebe. Ich würde gerne weiterhin bei Freeworker arbeiten und vielleicht in ein paar Jahren, wenn ich weiß, dass ich in Deutschland bleiben darf, hier eine Ausbildung machen.“ Social-Bee hingegen hat es sich zum Ziel gesetzt, die Vision einer diversen Gesellschaft weiter voranzutreiben. Sarah Schilberg blickt in eine mögliche Richtung: „Perspektivistisch sind auch andere Zielgruppen denkbar, denen wir mit unserem Ansatz Unterstützung anbieten wollen.“

Freeworker möchte Social-Bee an dieser Stelle ein Lob für ihren Beitrag zu einer gelingenden Integration aussprechen und gleichzeitig anderen Firmen als gutes Beispiel vorangehen und diese zur Beschäftigung von Geflüchteten ermutigen.


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