Protos® Integral: Fragen zur Zertifizierung

Unklarheiten

Es gibt bei Kunden Unklarheiten darüber, ob der Protos® Integral Arborist nun EN 397 (Industrie- oder Bauhelmnorm) oder EN 12492 (Bergsportnorm) haben muss. Pfanner gibt den Baumkletterhelm Arborist mit EN 12492 und Freeworker mit EN 397 aus.

Hintergrund

Pfanner glaubte, dass die Bergsport-Norm für Baumkletterer vorgeschrieben sei, weil alle Baumkletterer mit Bergsporthelmen arbeiteten. Deshalb hat er im Vorfeld geplant, den Protos Integral auch als Bergsporthelm zu zertifizieren, um den Baumkletterern einen geeigneten Baumkletterhelm zur Verfügung stellen zu können. Der Helm mit EN 12492 sowie Gehör- und Gesichtsschutz hat bei ihm deshalb den Namenszusatz „Arborist“ bekommen.

Muss Baumkletterhelm EN 12492 haben?

Nein! Der Hintergrund, warum Baumkletterer Bergsporthelme nutzen, war nicht die Normvorschrift, sondern total banal: Es gab bislang keine geeigneten Helme nach EN 397 mit tauglicher Kinnberiemung. Der Berufsgenossenschaft (SVLFG) ist es nämlich nicht wichtig, ob der Helm EN 397 oder EN 12492 hat, sondern die SVLFG legt Wert auf eine geeignete Kinnberiemung. Das macht auch Sinn. Denn die Schutzwirkung des Helmes nach EN 397 reicht aus, sowohl für diejenigen, die unter dem Baum arbeiten, als auch für die, die in der Baumkrone klettern. Beim Baumklettern besteht aber durch die Vielfalt der Bewegungsmuster und Art der Positionierung zusätzlich die Gefahr, dass der Helm vom Kopf fällt und der Kopf somit schutzlos wäre. Das soll natürlich nicht so sein, weshalb der Baumkletterhelm eine Kinnberiemung haben muss. Alles klar?

Baumkletterhelm: Vorgaben der Berufsgenossenschaft

Die VSG 4.2 (PDF), § 3, Absatz 3 (Stand April 2011) sagt:
Es muss Sicherung gegen Absturz verwendet werden.

In der Anlage 1 der VSG 4.2 steht unter Punkt 5 – Körperschutz bei der Aufzählung von PSA lediglich „Schutzhelm“ (ohne Normangabe). Danach wird auf die VSG 1.1 (PDF) verwiesen. Dort wiederum ist unter den aufgeführten Normen für Helme nur die EN 397 aufgeführt. Das heißt zwar nicht, dass nicht auch ein Helm nach Bergsport-Norm taugt, aber aufgeführt ist er erst mal nicht. In der Broschüre B09 (PDF) (Seilklettertechnik im Gartenbau) werden dann die Anforderungen präzisiert. Dort steht zur verwendbaren PSA: Schutzhelm nach EN 12492 (Bergsporthelm) oder alternativ nach EN 397 (wenn eine entsprechend geprüfte und geeignete Kinnberiemung vorhanden ist).

Was ist ein geeigneter Kinnriemen?

Ob ein Kinnriemen nach EN 397 oder EN 12492 verwendet wird, lässt die SVLFG offen. Das ist auch verständlich. Denn jeder Anwender muss selbst entscheiden, welche Gefährdung er als wichtiger ansieht. D.h. sieht er eher eine Gefahr darin, dass ein Ast im Kinnriemen hängen bleibt und die Gefahr des Strangulierens besteht, oder eher darin, dass der Kinnriemen reißt und der Baumkletterhelm vom Kopf fällt und damit der Kopf schutzlos ist? Diese Freiheit der Gefahrenermittlung überlässt die BG dem Anwender. Auch das macht Sinn.

Normen-Bürokratie

Die Zertifizierung lässt nicht so einfach zu, dass in einem Helm zwei Normen aufgelistet werden. Würde man für die Baumkletterer den Helm nach EN 12492 verkaufen, könnten Industriekletterer oder Arbeiter auf Baustellen u.U. Probleme bei Kontrollen bekommen, weil nicht die EN 397 für „Bauhelm“ im Helm eingeprägt ist. Umgekehrt ist es kein Problem, wenn ein Baumkletterer einen Helm verwendet, der den Stempel nach EN 397 hat. Klingt nach Bürokratie, ist es vielleicht auch. Denn der Basis-Helm ist bei allen Protos-Varianten immer der Gleiche, ob er nun einen Stempel nach E N397 hat oder nach EN 12492. Aber mit eingeprägter EN 12492 darf er nicht ohne Kinnberiemung ausgeliefert werden. Das hätte zu Chaos im Handel geführt und dem Anwender Probleme verursacht, weil er sich im Zweifelsfall zwei Helme hätte zulegen müssen, obwohl die Helmschale absolut identisch ist.

Konzept Freeworker – Vorteil für den Anwender

Freeworker möchte dem Anwender die umfangreichsten Einsatzmöglichkeiten bieten und hat sich deshalb dazu entschlossen, für alle Varianten den Helm mit der eingeprägten EN 397 als Basishelm zu verwenden.

Industry » Forest » Arborist

Freeworker handhabt die Bezeichnung deshalb modular, wie im Folgenden dargestellt.

Pfanner hat noch viele Ideen für den Protos® Integral, weshalb wir auch in Zukunft noch einige interessante Features erwarten können. Wir sind gespannt.

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2 Replies to “Protos® Integral: Fragen zur Zertifizierung”

  1. Nach langer Suche im Internet, ohne Erfolg, wende ich mich nun an Sie.
    Wie viele Jahre darf der Helm nun verwendet werden? Oder gibt es eine andere Regelung?
    Danke

  2. Laut der beiliegenden Bedienungsanleitung ist die Helmschale des Protos Integral nach dem Herstellungsdatum 5 Jahre zur Benutzung freigegeben.

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