Welche Schutzausrüstung um den Eichen­prozessions­spinner zu beseitigen?

Seit einigen Jahren häufen sich die Probleme mit dem Eichenprozessionsspinner. Die Bekämpfung und Beseitigung der problematischen Larven und Nester fällt regelmäßig in den Aufgabenbereich von Baumpflegern und Baumkletterern. Sie sind die Experten für Bäume und erreichen alle Bereiche bis hoch in die Krone. Durch die gesundheitlichen Risiken, welche die Brennhaare der Larven verursachen, benötigen Baumpfleger für diese Aufgabe eine spezielle Schutzausrüstung.

Gesundheitsrisiko Brennhaare

Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners lösen ab dem dritten Larvenstadium Hautirritationen wie Quaddeln, Ausschläge und Juckreiz aus. Aber auch Reizungen der Augen oder Mundhöhle, Atemnot, Fieber, Schwindel und schwere allergische Schocks gehören zu den Folgen. Ein Grund dafür ist das enthaltene Eiweißgift Thaumetopoein. Bei starkem Kontakt mit den Haaren und deutlichen allergischen Reaktionen ist ein Arztbesuch anzuraten.

Schutzausrüstung gegen die Brennhaare

Wer einen Auftrag hat, Larven und Nester des Eichenprozessionsspinner zu entfernen, muss auf die richtige Schutzausrüstung setzen, um gesundheitliche Probleme zu vermeiden. Wichtig ist, einen Kontakt der Haare auf der Haut und dem Mund und Rachenraum zu vermeiden.

Empfohlene PSA für die Beseitigung von Nestern des Eichenprozessionsspinners nach SVLFG:

  • Korbbrille
  • partikelfiltrierender Mundschutz (Feinstaubmaske) FFP2/FFP3 mit Ausatemventil
  • Chemikalienschutzanzug Typ 4B mit Mütze
  • reißfeste Schutzhandschuhe
  • leicht zu reinigende oder desinfizierbare Schuhe

 

EPS GuardSchutzanzüge sind notwendig, weil sich die die feinen Haare schnell in der Kleidung oder anderen Materialien verfangen. Da die Anzüge nur schwierig zu reinigen oder für die Kletterei im Baum unpraktikabel sind, empfehlen wir von Freeworker Einwegoveralls. Diese lassen sich nach dem Einsatz sicher und schnell sachgerecht entsorgen.

Unser Schutzanzugset zur Beseitigung von Eichen­prozessions­spinnerraupen:
EPS Guard
(Inhalt: Chemikalienschutz­overall mit Kapuze, Feinstaubmaske, Schutzhandschuh, Schutzbrille, Entsorgungsbeutel)

Schutzmaßnahmen auf der Baustelle

EPS-Beseitigung in der PraxisDie sich verhakenden Brennhaare des Eichenprozessionsspinners erfordern vor Ort weitere Schutzmaßnahmen. Die SVLFG empfiehlt während der Arbeit und auf der Baustelle nicht zu Essen, zu Trinken oder zu Rauchen. Nach der Arbeit solltet ihr alle Arbeitsmittel und Ausrüstungsgegenstände, die ihr mehrfach verendet (Schuhe, Handschuhe etc.) sachgerecht reinigen. Achtet darauf, dass das Wasser direkt in die Kanalisation geht und keine Haare auf dem Boden zurückbleiben. Die benutzten Schutzanzüge rollt ihr mit der Außenseite nach innen zusammen und entsorgt sie mit der Atemmaske in einem dichten und verschließbaren Behälter oder Tüte.

Die hohlen Brennhaare der Larven des Eichenprozessionsspinners brechen leicht ab und verteilen sich in der Umgebung des Baumes. Nicht nur wenn die aktiven Larven auf Wanderschaft sind, gilt es vorsichtig zu sein. Auch in alten Nestern verbleiben die problematischen Brennhaare und können noch Jahre später gesundheitliche Probleme auslösen. Daher ist es in Risikogebieten bei allen Baumarbeiten in Eichen ratsam, jederzeit den Baum vorab auf alte Nester zu kontrollieren.

Rußrinden­krankheit

Ein weiteres Krankheitsphänomen an Bäumen, das zu gesundheitlichen Problemen für Baumpfleger und Waldarbeitern führt, ist die Rußrindenkrankheit. Grund sind die feinen Sporen des Pilzes, die sich unter der Rinde von Ahornbäumen finden. Sie führen bei einem längeren Aufenthalt in der Nähe der Bäume zu einer Entzündung der Lungenbläschen (Farmerlunge). Die Folgen sind Reizhusten, Fieber, Atemnot oder Schüttelfrost.

Die empfohlene Schutzausrüstung für Einsätze gegen den Eichenprozessionsspinner ist ebenfalls bei Arbeiten mit von der Rußrindenkrankheit befallenen Bäumen geeignet. Auch hier gilt es die Schutzausrüstung nach der Arbeit fachgerecht zu entsorgen und zu reinigen und damit zu unterbinden, dass sich die Sporen weiter ausbreiten.

Blick in die Zukunft – Zunehmende Aufträge

Der Klimawandel und die daraus folgenden warmen, trockenen Frühjahre und Sommer begünstigten ein stärkeres Auftreten der Eichenprozessionsspinner in den vergangenen Jahren. Auch zukünftig ist damit zu rechnen, dass die Problematik zunimmt. Aktuell beschränkt es sich auf drei große Risikogebiete. Besonders betroffen sind die nördlichen ostdeutschen Bundesländer, das Ruhrgebiet, Eifel, Hundsrück und die südlichen Mittelgebirge zwischen Spessart und Schwäbischer Alb.

Raupen des Eichenprozessionsspinner

Prozession von Raupen des Eichenprozessionsspinners

Auch die Rußrindenkrankheit profitiert vom Klimawandel und trat im Jahr 2019 erstmals großflächig auf. Besonders im Mittelpunkt steht Hessen, aber auch in anderen Regionen fällten Waldarbeiter und Baumpfleger in Schutzausrüstung zahllose Ahorne. Die trockenen Bedingungen des Jahres 2018 haben die massive Ausbreitungswelle nach ersten Erkenntnissen begünstigt.

Neue Lösungen für die Schutzausrüstung

Mit dem Blick in die Zukunft plant Freeworker sein Sortiment im Bereich der Schutzausrüstung für spezielle Baumpflegeeinsätze wie Eichenprozessionsspinner und Rußrindenkrankheit auszubauen. Aktuelle Schutzausrüstungen entstammen anderen Arbeitsbereichen und passen nicht immer perfekt zur Praxis in unserem Arbeitsbereich. Auch die Nachhaltigkeit der verfügbaren Produkte überzeugt uns aktuell nicht. Entsprechend arbeiten wir weiter mit erfahrenen Herstellern zusammen, um bessere Lösungen zu finden.

Weitere Informationen

Informationen zum Eichenprozessionsspinner

Informationen zur Rußrindenkrankheit

 


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