Klimawette: Wetten, dass wir CO2 einsparen?

Das Thema „Corona“ überdeckt mittlerweile seit mehr als einem Jahr alle wichtigen Themen der Zeit. Dazu zählt auch ein mit Sicherheit noch viel wichtigeres Thema: die fortschreitende Erderwärmung und der daraus resultierende Klimawandel.

Das CO2-Problem und die Klimaerwärmung beschäftigen die Wissenschaft schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Es waren Theorien, die Wissenschaftler diskutierten und untersuchten. Die ersten Ergebnisse waren noch umstritten. Seit Mitte der 60er Jahre sind sich viele Wissenschaftler einig, dass der menschengemachte CO2-Anstieg die Erderwärmung vorantreibt. Damit zog das Thema auch in Politik und Gesellschafft ein.

Klima war (und ist) natürlich nicht das einzige Problem. Umweltzerstörung, Artensterben, Atommüll-Endlagerung, Flächen- und Ressourcenverbrauch, Digitalisierung, soziale Spannungen, Menschenrechte und Globalisierung sind nur einige der Themen, die die Menschen, die Politik und die Gesellschaft beschäftigen. Die Themen sind so vielfältig und die Interessen immer differenzierter. Das ist sicherlich einer der Gründe, weshalb es der Menschheit so schwerfällt, als Ganzes zu handeln.

Dem einzelnen Menschen stellen sich Fragen wie: Wo kann ich anfangen, wie kann ich etwas beitragen?

Unseren Geschäftsführer Johannes Bilharz treibt das Thema Klimawandel – und was jeder Einzelne tun kann – ebenfalls um. Seit letztem Jahr wirbt er für die Klimawette. Wir haben ihn dazu befragt.

Johannes, warum Klimawette?

Johannes Bilharz: Na ja, ich möchte meinen Bruder unterstützen. Er ist einer der Initiatoren dieser Aktion (lacht).

KlimawetteDie Klimawette ist eine Aktivierungs- und Mitmachkampagne für besseren Klimaschutz. Mit einer starken Stimme aus der Bevölkerung wollen die Organisatoren zeigen, dass Klimaschutz unbedingt auf die politische Agenda gehört.

Klimaschutz liegt dir aber jetzt sicherlich nicht nur wegen der familiären Komponente am Herzen?

Dr. Michael Bilharz

Nein, natürlich nicht. Aber ganz abwegig ist es nicht. Wen ich gut kenne, dem vertraue ich eher. Skepsis ist schließlich immer geboten. Ich kann hinter die Fassade sehen und habe einen Bezug. Das hilft, den inneren Schweinehund schneller zu überwinden. Mein jüngster Bruder bewunderte früher mein Umweltengagement und eiferte mir nach. Er ist zehn Jahre jünger als ich.

Schon im Jugendalter überholte er mich beim Umweltbewusstsein. Heute ist er fast 50 Jahre alt und besitzt keinen Führerschein, legt alle Strecken mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück und ist noch nie geflogen. Er schrieb nicht nur seine Doktorarbeit über nachhaltigen Konsum, sondern setzt beruflich seinen Aktivismus beim Umweltbundesamt fort. Er hat den CO2-Rechner mitinitiiert und betreut diesen. Heute ist er Vorbild für mich. Die Welt braucht Vorbilder. Er ist in Sachen Umwelt ein Leuchtturm.

Was genau steckt nun hinter der Klimawette?

Die Initiatoren der Klimawette wollen für die Klimakonferenz im November in Glasgow ein Zeichen setzen. Sie wollen der Politik zeigen, dass die Menschen endlich Ergebnisse sehen möchten und bereit sind für den Energiewandel. Und das nicht nur durch Forderungen oder durch eine Unterschrift, sondern durch einen Vorschuss in Form einer Spende!

Mit der Klimawette wollen die Initiatoren eine Million Menschen gewinnen, die eine Tonne CO2 einsparen. Dieses Ergebnis soll in Glasgow auf den Tisch gelegt werden. Wetten, dass es gelingt? Das ist die Klimawette.

Der Vorschuss von uns, die mitmachen, ist die Spende von 25 Euro – dem derzeit in der EU festgelegten Preis für eine Tonne CO2. Diese Spenden investieren die Initiatoren in Projekte, die CO2 kompensieren.

Wäre es nicht besser, jeder schränkt sich ein, statt sich freizukaufen?

Johannes Bilharz unterstützt die Klimawette

Natürlich beschränken sich die Macher*innen der Klimawette nicht auf das Einsammeln und Weiterleiten von Spenden. Sie geben Tipps zum Energiesparen und motivieren mit vielen Ideen, wie jede*r zum Klimaschutz beitragen kann. Sie denken sich lustige und spielerische Challenges aus und zeigen, wie kreative Lösungen aussehen.

Aber es ist doch meist so: Man will, man könnte, man weiß, was man sollte, tut es aus irgendeinem Grund aber doch nicht. Also, warum nicht mit einer einfachen Übung anfangen, indem man Geld spendet und andere die Arbeit erledigen lässt? Es gibt dann keine Ausreden mehr. Spare CO2 ein oder zahle!

In vielen Dingen können wir den CO2-Verbrauch gar nicht auf Null bringen. Wir können nicht aufhören zu atmen, wir müssen uns ernähren, Mobilität verbraucht immer CO2, ebenso wie Produktion und damit Produkte. Am Ende geht es um die ausgeglichene Bilanz, das heißt, es läuft immer irgendwie auf Kompensation hinaus und die kann und muss auch an anderen Stellen erfolgen.

Wie unterstützen du und Freeworker neben dem Bekanntmachen der Klimawette das Projekt ganz konkret?

In erster Linie durch Spenden und dann eben durch das Gewinnen von Unterstützer*innen bzw. weiteren Spender*innen. Ich verpflichte mich selbst, möglichst viele Menschen dafür zu gewinnen.

An Weihnachten habe ich im Familienkreis „Klimaneutralität“ verschenkt. Dazu habe ich einen festen Betrag festgelegt. Über den CO2-Rechner im Internet habe ich von allen den individuellen Wert errechnen lassen. Der Durchschnittswert des persönlichen CO2-Fußabdrucks liegt in Deutschland übrigens bei elf Tonnen. Einen Teil davon habe ich mit dem Geschenk kompensiert bzw. gespendet. Wer schon einen guten Wert hatte, konnte einen Teil des Geldes behalten oder „freiwillig“ spenden.

Das gleiche Geschenk habe ich auch allen Mitarbeiter*innen bei Freeworker gemacht. Ich werde auch weitere Geschenke als CO2-Spende tätigen und nutze die Möglichkeit, über die Social Media Kanäle von Freeworker für die Klimawette zu werben. Ich möchte alle Baumpfleger*innen dafür gewinnen und auch die anderen Händler*innen von Baumklettermaterial europaweit dazu bewegen, mitzumachen. Sie können dann ihrerseits weitere Menschen dafür gewinnen und die Klimawette zum Erfolg führen.

O.K., wir sind dabei! Wie können unsere Kunden und Freunde aus der Baumpflege, aber auch aus dem privaten Umfeld mitmachen und der Klimawette zum Erfolg verhelfen?

Als Geschäftsführer eines Unternehmens mit über 50 Mitarbeitern trägst du eine große Verantwortung in vielerlei Hinsicht, hast aber auch viele Chancen, zum Beispiel beim Klimaschutz etwas zu unternehmen. Was macht Freeworker aktuell bereits für das Klima?

Johannes auf der Klimademo 2019 in München

Als Firma und Unternehmen müssen sich Maßnahmen daran messen lassen, ob sie finanzierbar sind und sich in das unternehmerische Handeln einbetten lassen. Kund*innen und wir als Unternehmen müssen einen Nutzen haben, nur dann kommen wir zusammen. Mancher Wunsch ist schlicht nicht erfüll- oder bezahlbar. Dort, wo sich eine Win-Win-Situation ergibt, geht alles automatisch und es braucht keine Überzeugungsarbeit. Das erfüllt beispielsweise unsere Strategie, alles aus einer Hand anzubieten. Das spart unseren Kund*innen Zeit und der Umwelt Ressourcen. Statt fünf Pakete von fünf Anbietern ist es nur ein Paket.

Deshalb bieten wir ein breites Sortiment für ein ausgesuchtes Klientel. Das nützt uns, aber eben auch der Kundschaft und nicht zuletzt dem Klima. Auch die Strategie, ein großes Lager vorzuhalten, hilft mit. Das sichert der Kundschaft Liquidität, spart ihnen Lagerkapazitäten und bewahrt sie vor nicht benötigten Restbeständen. Für die Kundschaft mehr Gewinn, für die Umwelt weniger Fläche, weniger Müll und weniger Ressourcen, also auch weniger CO2-Verbrauch. Das sind Win-Win-Situationen für alle.

Einen weiteren Ansatz sehen wir in der Vermeidung von Retouren. Wie viele Pakete werden unnötig hin und her gefahren? Wenn wir es schaffen, über Katalog, Online-Shop und Telefonberatung aufzuklären und die Retouren zu senken, sparen und gewinnen alle – auch das Klima. Da gibt es noch viele andere Dinge: vom Stromanbieter und der Auswahl der Lichtquelle über die Isolierung von Gebäuden und die Vermeidung von unnötigen Fahrten bis hin zur Wiederverwertung von Verpackung sowie effizienteren Maschinen und Computern.

Wir werden auch zunehmend versuchen, die Hersteller*innen mit einzubinden. Wir sind natürlich nicht so groß, dass wir der Kundschaft oder den Hersteller*innen Vorschriften machen könnten. Wir werden jedoch Hersteller*innen darauf ansprechen und nach Alternativen Ausschau halten …

… und den gedruckten Katalog einstellen?

Der Freeworker-Katalog 2021 ist auf FSC-Papier gedruckt

Gute Frage! Die stellen wir uns tatsächlich seit längerer Zeit jedes Jahr. Derzeit sehen wir im Katalog Vorteile, die online noch nicht möglich sind. Online lässt es sich zwar besser und umfangreicher informieren, vergleichen und finden, wenn es um konkrete Einzelprodukte geht. Ein Katalog bietet aber den besseren Überblick über ausgewählte Produktgruppen in der Zusammenschau. Wir können im Katalog besser darstellen, was zusammenpasst und was es Drumherum Sinnvolles gibt. Durch Gespräche mit unseren Kunden wissen wir, dass viele das haptische Produkt noch immer bevorzugen. Blättern in einem echten Katalog ist eben etwas anders als online. Und nicht immer will man nur auf den Bildschirm schauen.

Das ändert sich möglicherweise, wer weiß, der Fortschritt geht voran. Solange wir und unsere Kunden einen exklusiven Nutzen im Katalog sehen, halten wir daran fest. Trotzdem können wir etwas tun in Sachen Katalog. Wir nutzen die Möglichkeit, den durch den Katalog verursachten CO2-Verbrauch zu kompensieren. Unseren diesjährigen Katalog haben wir komplett klimaneutral und außerdem auf FSC-Papier gedruckt.

Es gibt viele Möglichkeiten, als Firma etwas fürs Klima zu tun. Mal sind es Einzelprojekte wie das C2Tree-Projekt oder dauerhafte Entscheidungen wie die Umstellung auf erneuerbare Energien. Ich sehe uns als kompetenten Fachhändler in der Pflicht, den Klimaschutz ernst zu nehmen und mitzuhelfen nach Lösungen zu suchen und umzusetzen. Mit dem steigenden Bewusstsein für das Thema wird das einfacher, insbesondere im Schulterschluss mit den Kund*innen.

Du sagst es selbst und kannst dabei sicherlich auf die Unterstützung der Mitarbeiter*innen zählen: Freeworker will mehr für das Klima tun.

Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Unsere Mitarbeiter*innen sind divers wie die Gesellschaft selbst. Die einen sind sensibler für die Thematik, die anderen weniger. Hier muss genauso für Akzeptanz geworben werden wie anderswo. Glücklicherweise erlebe ich eine breite Unterstützung. Wir haben zehn firmeneigene Klappfahrräder angeschafft für diejenigen, die vorbildlich mit der S-Bahn zur Arbeit pendeln. Mit dem Klappfahrrad steigen die Kolleg*innen unabhängig und flexibel an allen S-Bahn-Stationen ein und aus, das Klapprad immer dabei. Die Räder sind alle in Freeworker-Grün.

2019 sind viele Mitarbeiter*innen dem Aufruf gefolgt, als Firma an der großen Klima-Demonstration teilzunehmen. Das hat mich sehr gefreut. Regelmäßig bringen Mitarbeiter*innen Vorschläge ein, wie wir unseren CO2-Abdruck verringern können. Nicht alles lässt sich umsetzen. Aber je mehr Ideen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass wir firmenintern vorankommen.

Aktuell arbeiten wir ganz konkret an Maßnahmen und Projekten, die den grünen Freeworker grüner werden lassen. Im Lauf des Jahres stellen wir euch diese vor. Dabei prüfen wir auch Optionen, wie sich unsere Kunden zusammen mit Freeworker aktiv am Klimaschutz beteiligen können.

Klimawette – Wir sind dabei!Die Klimawette macht es einfach, sofort damit loszulegen! Und vielleicht schaffen wir es zum Klima-King oder zur Klima-Queen und gewinnen einen der zehn Plätze, um zur Klimakonferenz nach Glasgow zu fahren. Das ist eine der Challenges, die sich die Macher*innen der Klimawette ausgedacht haben. Dazu müssen wir Menschen gewinnen, die mitmachen.

Wenn Ihr spendet, freuen wir uns, wenn Ihr das über folgenden Button macht:

 
Oder Ihr gebt beim Spenden einfach den Code 1JUVY3N7 in das Feld CO2-Battle ein. Sollten wir einen der zehn Plätze gewinnen, werden wir den auf alle Fälle unter den Freeworker-Kund*innen verlosen.

Das ist doch mal eine Aussicht! Vielen Dank für das Interview.

Klimawette-Mach mit!

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