24-h-MTB-Rennen 2012: Freeworker-Team stark bis zum Schluss

Die Erwartungen waren groß, immerhin feierte München in diesem Jahr das zehnjährige Jubiläum des 24-h-Mountainbike-Rennens im Olympiapark. Freeworker und die Münchner Baumkletterschule waren natürlich wieder mit am Start – und zwar schon zum fünften Mal in Folge. Vergangenes Jahr fuhr eines unserer Achter-Teams auf den 6. Rang. Das machte Lust auf mehr und so traten beim 24-h-MTB-Rennen 2012 wieder zwei Achter-Teams an: Freeworker-Race und Freeworker-Fun. Das Race-Team hatte sich einen Podest-Platz zum Ziel gesetzt, das andere wollte vor allem eines: Spaß und Abenteuer!

Startschwierigkeiten beim 24-h-MTB-Rennen 2012

Spaß und Abenteuer waren dann auch reichlich gegeben. Von turbulenten Vorbereitungen bis zum Ausfall von zwei Fahrern noch am Tag vor dem Rennen war schon im Vorfeld Aufregung geboten. Am Ende fuhr das Race-Team statt mit acht nur mit fünf und das Fun-Team mit sechs Fahrern – ganz am Schluss fuhren im Race-Team sogar nur noch vier Fahrer.

Gute Laune bei schwierigen Wetterbedingungen

Thomas Lanzl, der Organisationsleiter, fuhr die Eröffnungsrunde. Punkt 12 Uhr starteten die Teams. In der Nacht vor dem Rennen hatte es noch stark geregnet. Entsprechend schwierig und matschig war die Strecke. Einige gefährliche Passagen wurden schon im Vorfeld herausgenommen und damit die Gesamtstrecke teilweise entschärft. Deshalb war die Strecke aber noch lange nicht einfach zu fahren. Sonst eher leichtere Passagen wurden durch die Wetterbedingungen sofort um einiges anspruchsvoller.

Das Race-Team startete bei trockener Witterung grandios – zeitweise auf dem 3. Platz – ein Finish auf dem Podest schien realisierbar. Aber nach und nach holten andere Mannschaften auf. Bis Mitternacht stabilisierte sich die Platzierung zwischen dem 6. und 7. Platz. Beim Fun-Team war es umgekehrt. Lagen die Spaßfahrer anfangs noch auf Platz 16, arbeiteten sie sich nach und nach bis Mitternacht auf Platz 12 vor. Dieser Erfolg ruhte auch auf den Schultern von Tilo Scholze, der im vergangenen Jahr die Bestzeit des Teams gefahren war und dieses Jahr mangels Training im Fun-Team mitfuhr.

30.000 Zuschauer boten tolle Kulisse für die Fahrer

Das Rahmenprogramm beim 24-h-MTB-Rennen 2012 bot zwei Highlights. Eines war die Übertragung des Fußball-EM-Spiels Portugal gegen Deutschland, das als Public-Viewing im Olympiastadion übertragen wurde. 30.000 Fußballfans sahen nicht nur ein packendes Spiel, sondern bildeten auch für die Mountain-Biker ein grandioses Publikum. Einmal vor 30.000 Zuschauern zu fahren: Das war schon ein irres Gefühl! Das zweite Highlight war ein Feuerwerk, das bei Einbruch der Dunkelheit die Zuschauer begeisterte. Das Fahrerlager des Freeworker-Teams hatte freien Blick auf den See und das Feuerwerk, war also sozusagen in der ersten Reihe. Sagenhaft!

Leider war das trockene Wetter gegen zwei Uhr nachts zu Ende. Erst waren es nur ein paar Tropfen, die die sowieso feuchten Schlammpassagen weiter aufweichten. Dann regnete es sich so richtig ein. Kein Spaß für die Fahrer, die nachts geweckt wurden und sehenden Auges in den Regen geschickt wurden bei absoluter Dunkelheit. Hier war Ehrgeiz und Überwindung gefragt. Für die Doppelrunden (22 km Trail) bedeutete das, sich 60 Minuten in strömendem Regen durch Dunkelheit, Matsch und Dreck zu kämpfen. Die Rundenzeiten verschlechterten sich entsprechend. Und im Zelt strömte das Wasser zur Regenrinne in der Zeltmitte.

24-h-MTB-Rennen 2012: Spaß machte es längst keinen mehr

5:00 Uhr und der Regen trommelte unaufhörlich weiter. Spaß machte es längst keinem mehr. Der erste Fahrer des Race-Teams hatte nach einem Sturz entnervt aufgegeben, nur noch vier Fahrer wechselten sich ab. Die Parole änderte sich von „Auf’s Podest!“ zu „Durchkommen!“. Das Trommeln des Regens auf dem Zeltdach machte unmissverständlich klar: Es gießt in Strömen. Die Musik aus den Lautsprechern versuchte, die Laune zu heben. Vergeblich.

Sonnenaufgang um 5:14 Uhr, Sicht war wieder vorhanden, aber kein Ende in Sicht beim Regen. Um 6:00 Uhr regnete es nach wie vor. Die Kleidung hieng triefend im Zeltgestänge. Der Wärme-Pilz schaffte es nicht mehr, die Klamotten der Fahrer rechtzeitig zu trocknen. Inge Jurjevic, Ausbilderin bei der Münchner Baumkletterschule, versuchte, mit heißen Getränken ein bisschen Wärme in die ausgekühlten Körper zu bekommen. Spaß ist etwas anderes. Was alle zusammen durchhalten ließ, war der tolle Teamgeist – und natürlich ein gerüttelt Maß an Ehrgeiz und Disziplin. Es galt, die Sache zu Ende bringen – egal, welche Schwierigkeiten das auch machen sollte. Alles zu geben. Gemeinsam harte Zeiten zu durchleben und einander zu motivieren und zu helfen. Das schweißte zusammen. Beeindruckend.

Der wahre Gewinner: Grandioser Teamgeist

Ab der 49. Runde bei Freeworker und ab der 45. oder 46. Runde der MBKS wurde das Waldstück geschlossen – aus Sicherheitsgründen. Und es blieb bei Regen-Regen-Regen. Inzwischen waren nur noch die Hälfte der Vierer-Teams im Rennen, das Freeworker-Team, eigentlich auch ein Vierer-Team, das gegen ausgeschlafenen Achter-Teams konkurrieren musste, wollte durchfahren. Jetzt, bei Tageslicht, kam sogar bei dem einen oder anderen auch der Spaß zurück – zumindest sobald die erste, echt harte Hürde überwunden war: sich für die nächste Runde wieder in die nasse und verdreckte Kleidung zu werfen.

Um 7:47 Uhr drang die Durchsage durch den strömenden Regen: Das 24-h-MTB-Rennen 2012 wird um acht Uhr abgebrochen! Nach 20 Stunden, vier Stunden vor dem geplanten Ende. Es war zweifellos eine außergewöhnliche Situation, die Veranstalter konnten den erforderlichen Sicherheitsrahmen nicht mehr gewährleisten. Eine schwere Entscheidung, gerade beim 10-jährigen Jubiläum. Aber letztlich vernünftig. Wahrscheinlich gab es niemanden, der protestierte. Gerade Baumpfleger wissen ja nur zu gut um die Abhängigkeit von der Witterung. So ist das Leben.

Am Ende schaffte das Race-Team noch den 6. Rang und das Fun-Team den 14. Rang. Eine respektable Leistung und ein Hoch auf den Teamgeist!

Bildergalerie: 24-h-MTB-Rennen 2012

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