Forstliche Rettungspunkte in der Baumpflege

Es soll nicht sein, aber es passiert dennoch: Unfälle in der Baumpflege und beim Baumklettern. Bei Schnittverletzungen oder Stürzen aus großer Höhe sind lebensbedrohliche Verletzungen meist die Folge. Neben der unverzüglichen Rettung und ersten Hilfe durch die Kolleg*innen auf der Baustelle sind schnell eintreffende Rettungskräfte entscheidend, um das Leben des Verunglückten zu retten oder langfristige gesundheitliche Folgen einzuschränken.

Die Kenntnis des nächsten Rettungspunktes rettet im Notfall Leben!

Hinter einem Schild für den Rettungspunkt stehen Rettungskräfte

Schnelle Hilfe im Notfall, Foto: M. Kolbe

Baumpfleger*innen arbeiten auch an schwer erreichbaren Orten. Gerade bei Aufträgen auf dem Land oder im Wald ist es manchmal schwierig, den Einsatzkräften telefonisch den Ort des Unglücks zu beschreiben. Die Anfahrt zur Unglücksstelle ist bei abgelegenen Bäumen unbekannt oder nicht leicht zu finden. Zusätzlich erschweren Hektik und Aufregung die Koordination in Notsituationen. Mit den Rettungspunkten im Konzept der Rettungskette Forst gibt es ein hilfreiches und kostenfreies System, das im Notfall Baumpfleger*innen und Baumkletter*innen das Leben rettet. Durch die Rettungspunkte, deren Nummer der*die Helfer*in beim Absetzen des Notrufes angibt, wird das Auffinden des Unfallortes erleichtert oder feste Treffpunkte zwischen Helfer*in und Notfalldienst festgelegt.

Definierte Treff- und Rettungspunkte

Rettungspunkte sind fest definierte Koordinaten am oder im Wald (einige Rettungspunkt liegen auch auf dem Land), die als Treffpunkte dienen. In einem feinmaschigen Netz verteilen sie sich über fast ganz Deutschland. Sie sind leicht für Rettungsdienste und Feuerwehr anzufahren und dank detaillierter Anfahrtsbeschreibungen für die Rettungskräfte zügig erreichbar. Teilweise sind sie durch Schilder markiert.

Wie es ab dem Rettungspunkt weitergeht, hängt von der Situation des*der Verletzten und den Umständen vor Ort ab. Am besten ist es, eine*n Helfer*in zum Rettungspunkt zu schicken, der die Rettungskräfte zum*zur Verletzten lotst. Ist dies nicht möglich, führt der*die Helfer*in die Rettungskräfte telefonisch oder durch Rufen vom Rettungspunkt an die Unglückstelle.

Über 50.000 Rettungspunkte in Deutschland

Deutschlandkarte mit grünen Punkten

Rettungspunkte in Deutschland

Die verschiedenen Konzepte der Rettungskette in einer einheitlichen, bundesweiten, digitalen Karte zusammenzuführen, ist seit 2014 ein Projekt des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF). Der Verein strebt ebenfalls an, die verschiedenen Konzepte der Bundesländer zu vereinheitlichen. Über 50.000 Punkte sind aktuell in der digitalen Karte des KWF erfasst. Die Daten sind über die Homepage des Kuratoriums verfügbar.

Die sichere Variante ist, den nächsten Rettungspunkt bereits vor Beginn der Arbeit auszuwählen und für den Notfall aufzuschreiben. Praktisch aufbewahrt ist der Zettel zum Beispiel direkt am Erste-Hilfe-Set. Baumpfleger*innen und Baumkletter*innen können sich wie Waldarbeiter*innen und Waldbesucher*innen die Daten herunterladen oder online auf einer Karte nach passenden Rettungspunkten suchen. Praktisch für unterwegs ist die App „Hilfe im Wald“, die den nächsten Rettungspunkt sucht und anzeigt.

Weitere Informationen zu den Rettungspunkten

 

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