Deutsche Baumkletter­meisterschaft 2022 – Kilpatrick krönt sich zum deutschen Meister

Zwei Tage lang gab es viel Baumkletteraction in Kleve. Mehr als 50 Teilnehmer, darunter 7 Starterinnen, wollten den Titel des deutschen Meisters, aber nur acht konnten am Samstag im Masters wirklich um den Titel klettern. Am Ende krönt sich, der erstmals unter deutsche Flagge antretende, James Kilpatrick zum deutschen Meister. Bei den Frauen triumphierte Lisa Schuchhardt über ihre Konkurrenz.

Kompakter Zeitplan mit Feuchtigkeitsproblem

Wie vor drei Jahren starteten die Deutschen Meisterschaften mit dem Gear-Check an Himmelfahrt. Am Freitag folgten dann die Vorwettkämpfe und die Qualifikation um die Masters-Startplätze. Am Freitag ließen zwei der fünf benötigten Bäume, auf sich warten. Denn aufgrund einer verregneten Nacht waren sie noch zu feucht um auf ihnen zu klettern. Für Teilnehmer, Jury und Helfer bedeutete dies eine Verschiebung im Zeitplan und einen längeren Arbeitstag.

Die Vorwettkämpfe

Im Prinz Moritz Park, dem Herzen von Kleve, stellten die Teilnehmer sich den fünf Stationen der einzelnen Disziplinen. Direkte Nachbarn waren dieses Jahr die Stände der Sponsoren. Die Zuschauer fanden vor allem die Disziplinen der Rettung, Speed Climbing und Throwline am spannendsten, was sich durch die Anzahl der Beobachter ausdrückte. Das knifflige Rettungsszenario und das Work Climbing forderte das Starterfeld am Freitag bis zum letzten Sonnenstrahl.

Am Ende des Tages qualifizierten sich bei den Frauen neben der zweifachen deutschen Meisterin Eva-Maria Mauz, auch Selina Hornbogen und Lisa Schuchhardt für das Masters. Bei den Herren schafften Sebastian Sucker, Björn Lüdeke, Felix Funke, Carsten Weller und James Kilpatrick den Sprung auf die Mastersbäume. Zu erwähnen gilt es noch, dass der gebürtige Neuseeländer Kilpatrick, dieses Jahr zum ersten Mal unter deutscher Flagge kletterte.

Die „Veterano“-Gruppe: Die jungen Alten!

Eine Neuerung der diesjährigen deutschen Meisterschaft war die Veterano-Startergruppe. Bei dieser Gruppe konnte sich ebenfalls ein Teilnehmer für die Masters qualifizieren. Mathias Gransow und Michael Sonderfeld, beide über 50, starteten als sogenannte „Veteranos“. Peter Rammes und Michi Hansch – etwas jünger – traten als „Bebe-Veteranos“ an. Leider war Helmut Schwengels verhindert. Er sollte als „Grand-Veterano“ die Gruppe vervollständigen. Dass Silberrücken allen noch etwas vormachen können, das haben die Vier eindrucksvoll bewiesen. Man muss natürlich erwähnen, dass in dieser Gruppe keine Unbekannten, sondern Europameister, Deutscher Meister und vielfache Disziplin-Meister (Hall of Fame) starteten. Mathias Gransow, der lange, drahtige Hüne aus dem hohen Norden und ehemaliger Ausbilder der Münchner Baumkletterschule schaffte es aus dieser Gruppe, sich für das Masters zu qualifizieren.

Die Mastersbäume

Deutsche Baumklettermeisterschaft 2022

Das Masters der Deutschen Baumkletter¬meisterschaft 2022 fand, wie vor drei Jahren in Ingolstadt, auf zwei Platanen statt. Eine Wahl, die durch die von Blättern und Früchten der Baumart ausgehenden Pflanzenstäube nicht unproblematisch ist.

Masters der Damen

Selina Hornbogen startete als Erstes in den Samstag und meisterte die zu lösenden Aufgaben. Auch die zweimalige deutsche Meisterin Eva-Maria Mauz und die dritte Finalistin Lisa Schuchhardt meisterten ihre Aufgabe mit Bravour. Die von der Baumpflegeszene gut besuchte Masters Veranstaltung geizte auch nach dreijähriger Pause nicht mit praktischen Tipps, während die Kandidaten zur deutschen Meisterschaft im Baum hingen und ihr Bestes gaben. Immer wieder hörte man Tipps als Zurufe aus dem Zuschauerbereich.

Nach Auswertung der Zahlen und Bewertungen der Jury feierte Lisa Schuchhardt ihre erste Deutsche Meisterschaft. Auf Platz zwei landete Selina Hornbogen, die damit neben der Deutschen Meisterin auf die Europameisterschaft nach Brüssel fahren darf. Dritte wurde die zweifache Deutsche Meisterin Eva-Maria Mauz.

Masters der Herren

Deutsche Baumklettermeisterschaft 2022

Als erster bei den Herren-Masters ging Felix Funke an die Bäume. Ruhig und entspannt baute er seine Seilsysteme ein und kletterte sich von Station zu Station. Auf wen das Publikum begeistert wartete, war der „Neu“-Deutsche James Kilpatrick. Auch dieses Jahr zeigte er dem Publikum in seiner unnachahmlich ruhigen und zielstrebigen Art, wie Baumklettern nahezu in Perfektion aussieht. Ohne weiteren Bodenkontakt kletterte er die Glocken an beiden Bäume ohne einen Hauch von Hektik oder Anstrengung ab. Nachdem er ohne Zeitstress die Seile ausgebaut und sauber in den Seilsäcken verpackt hatte, war allen Teilnehmern klar, wenn kein Wunder passiert, fährt er als Deutscher Meister nach Brüssel und Kopenhagen. Aber auch Carsten Weller, Björn Lüdeke, Mathias Gransow und Sebastian Sucker lieferten eine Meisterleistung ab, doch keine die dem Maestro des Baumkletterns hätte, gefährlich werden können.

Das Ergebnis war vielen bereits vor Ende des Wettkampfes klar. Der ehemals für Neuseeland startende James Kilpatrick sicherte sich beim ersten Mal unter Deutscher Flagge, direkt die Deutsche Meisterschaft. Vizemeister wurde Björn Lüdeke. Carsten Weller von der Münchner Baumkletterschule schnappte sich den letzten freien Platz auf dem Treppchen.

Kuriosität beim Ergebnis

Das Ergebnis hielt allerdings nur bis Montag, denn die Veranstalter fanden einen Rechenfehler in ihren Ergebnissen und mussten Weller mitteilen, dass es nicht für den dritten Platz reichte. Neuer dritter und somit der neue Teilnehmer an der Europameisterschaft in Brüssel ist jetzt Felix Funke.

War sonst noch was?

Natürlich gibt es neben dem Baumklettern noch ein wenig aus Kleve zu berichten. Die Organisation war trotz kurzer Vorbereitung, laut ISA, sehr gelungen. Das Wetter ist leider einfach nicht beeinflussbar und so wehte, steht’s ein sehr kühles Lüftchen durch den Prinz Moritz Park. Ein großer Dank gehört immer den vielen Helfern, Freiwilligen und natürlich den Teilnehmern, die mit viel Leidenschaft und Ausdauer eine Baumklettermeisterschaft zu einer tollen Veranstaltung machen, das viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, denn viele Klever wussten gar nichts von ihrem Glück eine Deutsche Meisterschaft ausrichten zu dürfen.

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