Neue Schnittschutz-Norm: EN 11393 ersetzt EN 381

In den letzten Jahren ist die altbekannte europäische Norm EN 381 komplett überarbeitet worden. Diese Änderungen sind in die neue Norm EN 11393 geflossen, die die alte ersetzen wird. Diese Norm definiert die „Schutzkleidung für die Benutzer von handgeführten Kettensägen“. Die Änderungen betreffen zunächst natürlich erst einmal Hersteller und in einem zweiten Schritt die Händler. Doch auch für Anwender gibt es einige interessante Neuerungen.

Was wird in der EN 11393 festgelegt?

Die Schnittschutz-Norm ist in verschiedene Unterpunkte geordnet, die jeweils verschiedene Teile der Schnittschutzkleidung und Schnittschutzschuhe behandeln:

  • Teil 2: Leistungsanforderungen und Prüfverfahren für Beinschützer
  • Teil 3: Prüfverfahren für Schuhwerk
  • Teil 4: Leistungsanforderungen und Prüfverfahren für Schutzhandschuhe
  • Teil 5: Prüfverfahren und Leistungsanforderungen für Schutzgamaschen
  • Teil 6: Prüfverfahren und Leistungsanforderungen für Oberkörperschutzmittel

Außerdem legt sie in Teil 1 „Prüfstand zur Prüfung des Widerstandes gegen Kettensägen-Schnitte“ die Schnittschutzklassen fest. Diese geben an, bis zu welcher Kettengeschwindigkeit die Kleidung schützen muss:

  • Klasse 0: 16 m/s Kettengeschwindigkeit
  • Klasse 1: 20 m/s Kettengeschwindigkeit
  • Klasse 2: 24 m/s Kettengeschwindigkeit
  • Klasse 3: 28 m/s Kettengeschwindigkeit

Was hat sich gegenüber EN 381 bei EN 11393 geändert?

In der neuen Norm wurden einige Teile zusammengefasst, so dass EN 11393 deutlich weniger Unterpunkte aufweist als EN 381. Außerdem sind die Richtlinien zur Einteilung in die verschiedenen Schnittschutzklassen angepasst worden. Auch das dazugehörige Prüfverfahren hat sich geändert. Die vorgeschriebenen Tests zur Einteilung sind ausführlicher. Die Hersteller müssen nicht nur eine durchschnittliche Standardgröße (z. B. Größe L) testen. Auch Extremgrößen wie XS oder XXL müssen nun entsprechend geprüft werden – da hier die Fläche des Schnittschutzes gegenüber dem Durchschnitt kleiner bzw. größer ist.

Wichtige Änderung für Anwender

Eine der interessantesten Anpassungen betrifft wohl den Beinschutz. In EN 381-5 sind drei verschiedene Typen festgelegt: Typ A, Typ B und Typ C. Typ A ist der Standard in Baumpflege und Forst und für Anwender gedacht, die regelmäßig mit der Motorsäge arbeiten. Typ C ist für Anwender vorgesehen, die nur unregelmäßig oder in Ausnahmesituationen eine Motorsäge führen. Typ B ist eine Mischform und hat sich in der Praxis im Grunde genommen nicht durchgesetzt.

Zeichnung Chaps

EN 11393-2: Design B
Image: SIP Protection

So ist es auch nicht verwunderlich, dass Typ B in der neuen Norm EN 11393-2 herausfällt und durch ein komplett neues Design B ersetzt worden ist – der Chaps-Stil. Der Vorteil von Chaps: Sie lassen sich einfach über jede normale Arbeitshose ziehen. So ist der Schnittschutz schnell bei der Hand, wenn er gebraucht wird. Er kann aber ebenso schnell wieder abgenommen werden, wenn die Motorsäge nicht mehr benutzt wird.

Das erspart das umständliche Wechseln der Hose oder Weiterarbeiten mit der steifen, schweren Schnittschutzhose. Gerade in der Baumpflege und beim Baumklettern – bei Arbeiten, die nur den gelegentlichen Einsatz der Kettensäge erfordern – ist das ein entscheidender Vorteil.

SIP Protection: Roadrunner Chaps nach EN 11393-2

Chaps aus verschiedenen Blickwinkeln

SIP Protection: Roadrunner Chaps

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