Aus der Tiefe: Das Petzl-Abenteuer

Seit Jahrzehnten steht Petzl für qualitativ hochwertige und zuverlässige Ausrüstung für Aktivitäten in der Vertikalen. Durch seine Geschichte und Philosophie erarbeitete sich Petzl bei Zulieferern und Kunden einen starken Namen. Mittlerweile ist die Marke aus Frankreich auch aus der Baumkletterszene und der Baumpflege nicht mehr wegzudenken.

Petzl-Philosophie

Altes Bild eines Höhlenkletterers mit alter Technik

Fernand Petzl (Foto: Petzl)

Hinter dem Erfolg des familiengeführten Unternehmens Petzl steht eine Firmenphilosophie, die auf Werte zurückgeht, die von Beginn an vertreten, an denen festgehalten und die zu einem festen Bezugspunkt der Unternehmensgeschichte wurden. Der Gründungsvater Fernand Petzl leistete hierfür die nötige Pionierarbeit durch die Entwicklung der ersten Produkte in seiner Werkstatt.

Sein Sohn Paul, der die Unternehmensleitung bis heute innehat, gilt als treibende Kraft und Visionär der Marke Petzl. Er war maßgeblich an der weiteren Entwicklung der Produkte und der zukünftigen Ausrichtung des Unternehmens beteiligt. Bedarfsorientiert und effizient zu arbeiten und einzigartige Lösungen für kollektive Anforderungen anzubieten, war sein zielführender und lösungsorientierter Ansatz.

Pionierarbeit im Zeichen der Kletterausrüstung

Altes Bild eines Ketteres in einem Seilsystem

Paul Petzl (Foto: Petzl)

Die unternehmerische Geschichte hat ihren Ursprung im Jahr 1930. Der Speläologe (Höhlenforscher) Fernand Petzl legte in Frankreich den Grundstein seines späteren Familienunternehmens. Nicht verwunderlich also, dass sich Petzls DNA in unentdeckten Sphären unterhalb der Erde befindet. Seine Idee, das Angebot im Bereich der Kletterausrüstung anfangs lediglich für den Eigenbedarf auszuweiten, mündete in einem nachhaltigen Ausbau des Klettersortiments.

Weiter angetrieben von seinem Erfindungsgeist und Streben nach mehr, gelang Petzl Ende der 60er Jahre die Vermarktung der ersten Produkte. Die ersten Seilklemmen, Abseilgeräte und Stirnlampen fanden unter dem Firmennamen Fernand Petzl ihren Weg auf den noch übersichtlichen Klettermarkt dieser Zeit.

Helm für Höhlenforscher

Ein früher Helm für Höhlenforscher (Foto: Petzl)

Das Produktportfolio dehnt sich in den Folgejahren weiter aus. Das anfängliche Geschäftsfeld der Höhlenexpedition und Schutzausrüstung ergänzt Petzl um einen neuen Markt. Die kleine Firma produziert nun Kletterausrüstung für Industriekletterer. Das Produktangebot ist breit und reicht von Handsteigklemmen wie der Ascension L über Abseilgeräte bis hin zu Stirnlampen mit revolutionärer LED Technologie wie der Tikka Range.

Die Summe jedes einzelnen Meilensteins trug dazu bei, eine Basis zu schaffen, auf der der heutige Erfolg des Unternehmens fußt. Trotz der Erfolge schauen die Petzls nicht zurück, sondern in die Zukunft. Sie wollen weiter vorankommen und sehen darin den größten Gewinn. Das Unzugängliche zugänglich machen – das galt damals, wie heute.

Petzl in Crolles

Die rasche Expansion ist der Anstoß zur Gründung von Petzl in Crolles. Das von hohen Bergen umgebene Städtchen in den Rhône-Alpes, liegt nahe dem französischen Grenoble. In den folgenden Jahren etabliert sich der Betrieb weiter auf dem internationalen Markt. Weitere Sicherungsgeräte und Auffanggeräte, wie das Petzl GriGri® ergänzen das Produktportfolio bis in die 2000er Jahre. Die starke Nachfrage auf dem internationalen Markt führt im Jahr 2014 zu den gegründeten Tochterfirmen in Deutschland und Spanien. Heute bietet Petzl vielfältige Lösungen für Sportler und professionelle Anwender im Bereich Outdoor-Aktivitäten, Höhlenarbeit, kletternden Berufen, sowie Ausrüstung für Einsatzkräfte, mit unter anderem Beleuchtung beziehungsweise Stirnlampen.

Baumkletterer zwischen den Ästen

Petzl ist auch in der Baumpflege ein Name (Foto: Petzl / Marc Daviet)

Integration des Geschäftsfeldes Baumpflege

Im weiteren Verlauf entdeckte eine weitere Gruppe der Kletterszene die angepasste Produktpalette von Petzl: Die Baumpfleger. Entsprachen Geräte und Ausrüstung anfangs überwiegend den Anforderungen der Industriekletterer, ging Petzl auf die speziellen Bedürfnisse der Baumkletterer ein. Petzl beschäftigte sich intensiv mit der Kletterweise der Baumpfleger und entwickelte daraus resultierend die ersten Produkte. Mit dem Sequoia schuf Petzl einen Baumklettergurt für den Aufstieg am Einfachseil. Ausgestattet mit Materialschlaufen und Gerätehalter sorgt dieser für komfortables und effizientes Klettern.

Baumkletterer sägt einen Ast ab

(Foto: Petzl / Marc Daviet)

Um es den Baumpflegern leichter und praxistauglicher zu machen, hoch in die Baumkronen zu kommen, entwickelte Petzl ausgehend von seinen Artikeln im Bereich der Höhlenforschung die Fußsteigklemme Pantin. Im Bereich der Kletterhardware gilt das ZigZag und sein Nachfolger, das ZigZag Plus als erprobter und sicherer mechanischer Prusik zur gleichmäßigen und effizienten Fortbewegung im Baum.

Nachdem die Nachfrage auch für die Produkte zunehmend anstieg, entschied Petzl sich dazu, sein Produktprogramm stärker voneinander abzugrenzen. Gemäß den Interessen und Bedürfnisse der verschiedenen Klettertypen differenzierten und spezialisierten die Franzosen die diversen Produktpaletten.

Unternehmensstruktur

Mittlerweile beschäftigt Petzl weltweit mehr als 800 Mitarbeiter, 500 davon in Frankreich. Neben dem Hauptitz in Crolles gibt es vier eigene Produktionsstätten an denen ein Großteil der Produkte produziert und kontrolliert wird: Drei Werke in Frankreich und eines in Malaysia. Auf einer jahrelangen und engen Basis arbeiten die Franzosen mit Lieferanten und Händlern aus der ganzen Welt zusammen. In über 50 Ländern verkauft Petzl bis zu sieben Millionen Produkte und bringt jährlich über 20 Produktneuheiten auf den Markt.

Mehr als ein Ausrüster

Baumkletterer springt vom einem Ast zum Nächsten

(Foto: Petzl / Marc Daviet)

Nicht nur als Hersteller von Produkten ist das Unternehmen aktiv, sondern in vielen Bereichen mehr. Mit Petzl-Solution engagiert es sich beim globalen Informationsaustausch zwischen Industrie und Anwendern, um praxisorientiert im Sinne des Anwenders Lösungen weiter zu entwickeln. Petzl tritt als Multiplikator auf und sendet sein Wissen und seine Erfahrungen um den Globus. Es versteht sich als Netzwerk aus Experten und interessierten Anwendern im vertikalen Raum, welches als Wissensplattform durch kurze Wege weltweit zugänglich und abrufbar ist.

Regelmäßige Schulungen und Events bilden Kunden auf theoretischer und praktischer Ebene weiter und sorgen für mehr Sicherheit im Kletteralltag. Zum ersten Mal in der Geschichte des Petzl Technical Institute (PTI) Deutschlands organisiert Petzl zusammen mit einem Händler ein Kundenevent: Das Freeworker-Petzl Event, für interessierte Baumpfleger und Baumkletterer im September 2019.

Petzl RopeTrip®

Mit dem Petzl RopeTrip® rief das Unternehmen ein internationales Event ins Leben, welches erstmalig im Jahr 2012 in Crolles stattfand. Neben dem Wettkampf für Seilzugangstechniker zielt diese Veranstaltung darauf ab, Industriekletterer aus der ganzen Welt zusammen zu bringen und den internationalen Wissenstransfer anzuregen. Der Petzl RopeTrip® findet im Rhythmus von zwei Jahren an verschiedenen Destinationen der Welt statt. 2018 gastierte der Petzl RopeTrip® erstmals in Deutschland. In den alten Gebäuden eines stillgelegten Stahlwerks, dem heutigen Landschaftspark Duisburg Nord, trafen sich 40 Teams aus der ganzen Welt.

Die Petzl Stiftung fördert auf internationaler Ebene vielfältige Projekte von gemeinnützigen Organisationen aus den Bereichen Umweltschutz, Unfallprävention und wissenschaftlicher Forschung. Hierbei unterstützt Petzl bei der Aufklärung von Gefahrenquellen im Kletteralltag und stellt Beiträge im Bereich Risikomanagement bereit. Darüber hinaus setzt sich Petzl für den Schutz unseres Ökosystems ein, beispielsweise durch Expeditionen zur Erforschung der tropischen Wälder, oder bei der Aufklärung der Folgen des Klimawandels auf die Vegetation der Alpen.

Baumkletterer seilt sich an einem Stamm ab

Petzl Produkte sind weltweit im Einsatz (Foto: Petzl / Marc Daviet)

Weitere Firmenportraits auf dem Freeworker-Blog


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