Life-Tree: T-Shirts mit hohem Anspruch – sozial und ökologisch

Life2009 hatten die beiden Augsburger Martin Benedek und Manuel Sanktjohanser die Idee, Mode und ökologisches Bewusstsein zu verbinden. 2010 war es dann soweit und das Unternehmen Life-Tree war geboren. Ziel des kleinen Augsburger Labels ist es, einen grünen und gesunden Lebensstil mit sozialer Verantwortung zu leben und den Zeichnungen von Martin Benedek eine Fläche zu geben.

Denn Martin ist Künstler und hat eine Leidenschaft für Bäume. Kein Wunder also, dass er sich ganz der Botanik verschrieben hat – und (fast) ausschließlich Bäume zeichnet. Er ist der kreative Kopf des Life-Tree Teams. Manuel übernimmt das Management der stetig wachsenden Firma.

Wir haben uns mit den beiden vor Ort in Augsburg in ihrem kleinen Laden getroffen und mal etwas genauer nachgefragt.

Freeworker: 2010 habt ihr das Unternehmen gegründet. Die Idee zu Life-Tree hattet ihr bereits 2009. Doch welche Idee steckt hinter eurem T-Shirt-Label?

Martin: Ich denke, die erste Idee war ganz einfach, Bäume auf T-Shirts zu drucken.

Manuel: Ja, genau! „Mach doch die Bäume mal auf T-Shirts“, war die erste Idee von einem Bekannten. Das daraus ein faires Öko-Label entstanden ist, hat sich aus der Beschäftigung mit dem Thema ergeben: Wo kommen die T-Shirts her? Was macht man mit den T-Shirts? Welche T-Shirts und welche Qualitäten gibt es? So wurde der Weg zu dem, was es jetzt ist, langsam vorgezeichnet.

Wenn wir das richtig verstanden haben, ist die ursprüngliche Idee in einer gemütlichen Runde mit Freunden entstanden? Ihr saßt zusammen, das Thema kam zufällig auf und dann stand plötzlich diese Idee im Raum?

Martin: Ja, wir haben über meine Zeichnungen gesprochen und dass ich ja so viele Bäume male. Da kam die Frage auf, wie man das am besten unter die Menschen bringt. So beschreiben wir unser Anliegen auch unseren Kunden: Wie bringen wir Bäume zu den Menschen, ohne dass es zu aufdringlich ist oder einfach in irgendeiner Ausstellung hängt? Vor zehn Jahren habe ich mich nämlich nicht so gefühlt, meine Zeichnungen in Ausstellungen präsentieren zu wollen.

Die Frage war also: Wie verbinden wir das so mit einem Alltagsgegenstand, dass der Baum trotzdem noch im Vordergrund steht? Aus diesem Gedanken heraus sind wir schließlich auf das T-Shirt gekommen. Dass es sich dann zu dem, was es jetzt ist, entwickelt hat, kam dann – wie Manuel schon gesagt hat – von Jahr zu Jahr.

Life-Tree war also eine Idee unter Freunden. Aber wie habt ihr zwei euch eigentlich kennengelernt – und seid dann von Freunden zu Geschäftspartnern geworden?

Mann sitzt auf Stein

Motiv: Weltenbaum

Martin: Wir sind seit über 15 Jahren befreundet. Wir haben uns damals auf einer Jugendfreizeit kennengelernt. Daraus hat sich dann eine Freundschaft entwickelt. Nachdem zum ersten Mal ein gemeinsamer Freund die Idee zu Life-Tree hatte, griffen wir zwei das einige Wochen später nochmal auf. Und wie das bei einer gemütlichen Runde ist, hat der Manu gesagt: „Ach komm, cool, wir machen das! Ich bin dein Manager.“ Zuerst war es nur ein Spaß. Er hat es so formuliert: „Du, ich bin dein Manager. Du malst die Bäume – ich manage das Ganze.“ Und dann hat sich das irgendwie entwickelt.

Manuel: Ich hatte zu dem Zeitpunkt auch Zeit. Ich weiß es nicht mehr genau. Aber es muss zwischen Zivi und einem Auslandsaufenthalt oder irgendeiner Ausbildung gewesen sein. Zwischen zwei Lebensabschnitten eben. Ich hatte ein halbes Jahr Zeit. Und meine Zukunftsplanung war noch nicht so fortgeschritten, dass ich wusste, was ich dann in einem halben Jahr mache.

Also, habe ich gesagt: „Dann gründen wir ein T-Shirt-Label!“ Diese Management-Sache war für mich dann eher Learning-by-Doing. Es fing alles ganz klein an: Wo bekommen wir überhaupt T-Shirts her? Ich habe als erstes nach Herstellern gesucht. Dann nach einer Druckerei. Darauf folgte die Gewerbeanmeldung usw. Die ersten kleinen Schritte eben.

Es ging also konkret mit dem Unternehmen los. Aber begonnen hat alles viel früher mit deinen Zeichnungen. Woher kommt deine Leidenschaft für Bäume, Martin?

Martin: Das ist eine Frage, die ich echt oft höre. Diese Leidenschaft hat sich sehr entwickelt. Zuerst war es nur eine Art und Weise zu malen und zu zeichnen, die ich gerne mochte – ein schöner Ausgleich zu meiner pädagogischen Arbeit. Ich liebe es, in diese Verästelungen und in diese Formen zu gehen. Das ist für mich sehr beruhigend.

Dich hat also zunächst einmal die reine Formensprache der Bäume fasziniert?

Martin: Genau! Und das hat sich dann über die letzten 12 Jahre weiterentwickelt – auch mit der Gründung von Life-Tree. Es ist immer mehr zu meinem eigenen Thema geworden. Der Baum symbolisiert für mich in jeglicher Form sehr viel und ist zu meinem Ausdrucksmittel geworden.

Damit hätten wir den einen wichtigen Bestandteil von Life-Tree, den Baum, erklärt. Kommen wir zum zweiten essentiellen Teil: den T-Shirts. Woher stammen eure Textilien?

Mann steht im Wald

Motiv: Fusion

Manuel: Wir als kleines Label sind abhängig von Herstellern, die uns ordentliche Qualität liefern. Wenn wir die Shirts selbst herstellen müssten, könnten wir das zu zweit nicht schaffen. Deshalb haben wir uns zwei größere Hersteller ausgesucht, die die Qualität anbieten, auf die wir Wert legen. Unsere T-Shirts zeichnen sich zum einen durch die verwendete Bio-Baumwolle aus, zum anderen durch Fair Trade. Dieser Aspekt ist für uns sehr wichtig und sinnvoll.

Unsere beiden Hersteller sind bekannt und weisen auf dem Gebiet der Textilherstellung eine gewisse Erfahrung auf. Zudem gibt es unser kleines Label jetzt seit zehn Jahren. Und die Erfahrung zeigt, dass unsere Kleidung hält, was sie verspricht. Wir haben uns eine Stammkundschaft u. a. beim Tollwood aufgebaut. Und die bestätigt uns das immer wieder. Außerdem haben wir tatsächlich wenig Rückläufer. Und das trägt natürlich wieder zur Nachhaltigkeit bei.

Außerdem bedeutet eine gewisse Größe, dass der Hersteller in den jeweiligen Produktionsländern eigene Leute vor Ort beschäftigt. Türkei, Indien und Bangladesch sind die drei Hauptorte, an denen die Hersteller produzieren – je nachdem, welche Materialien sie für die Shirts und Pullover n. Einer unserer Hersteller z. B. hat in Bangladesch fünf Leute vor Ort und eine eigene Produktionslinie innerhalb der Fabrik. Das heißt, dass sie die Arbeitsbedingungen und den Lohn der ArbeiterInnen selbst bestimmen. Nur zur Info: Selbst wirklich große Hersteller haben lediglich eigene Linien innerhalb einer Fabrik – keine eigene Fabrik vor Ort.

Ihr habt den sozialen Aspekt bereits angesprochen. Wie stellt ihr sicher, dass die Hersteller eure hohen Standards (sozial und ökologisch) einhalten?

Manuel: Unsere beiden Hersteller sind Mitglieder der Fair Wear Foundation. Das bedeutet, dass wir jedes Jahr Social Reports erhalten. Dort lesen wir nach, unter welchen Bedingungen unsere Hersteller in den Produktionsländern produzieren. Wir bekommen auch Bilder, Videos und weitere Informationen zum Arbeitsumfeld vor Ort.

Beide Hersteller haben bei Fair Wear den Leader Status. Dieser wird nach Punkten verliehen, die für bestimmte soziale Kriterien vergeben werden. Die Social Reports zeigen auf, was vor Ort schon getan wird, was nicht und was noch getan werden muss. Der Leader Status bedeutet ein hohes, positives Rating in den Social Reports.

Der ökologische Aspekt wird durch die Bio-Baumwolle sichergestellt. Die zertifizierte Bio-Baumwolle, die unsere Hersteller verwenden, wird ohne Chemikalien und genmanipulierte Organismen angebaut. Außerdem wird sie danach streng ökologisch weiterverarbeitet z. B. bei der Färbung. Das fertige T-Shirt ist frei von Fremd- und Giftstoffen. Das ermöglicht ein optimales Tragegefühl ohne Hautirritationen. Die hohen Standards bei der Verarbeitung von ringgesponnener und gekämmter Baumwolle tragen ihr übriges zum Trageerlebnis und zur Haltbarkeit bei.

Eine letzte Frage ist offen – wie kommt am Ende die Kunst auf’s T-Shirt?

Martin: Die kurze Antwort lautet, durch Siebdruck (lacht). Oder manchmal durch eine kleine Stickerei – da arbeiten wir mit einem Unternehmen in Landsberg zusammen.

Frau vor Hecke

Motiv: Ascension

Wir selbst können nicht drucken: Wir sind keine Druckermeister und haben keine Profi-Maschinen, die diese kleinen, zarten Verästelungen auf’s T-Shirt bringen. Deswegen brauchen wir echte Fachleute. Mit Siebdruck Ketzler aus Königsbrunn (bei Augsburg) arbeiten wir tatsächlich seit fast zehn Jahren zusammen. Dort haben wir die Möglichkeit, bei jedem Druck dabei zu sein. Wir ziehen manchmal sogar selbst die T-Shirts von den Platten ab.

Manuel: Wir machen die Hiwi-Tätigkeiten (lacht).

Martin: Ja, genau. Vor allem bei neuen Motiven sind wir gerne vor Ort und helfen mit. Wird ein altes Motiv nachgedruckt, kennt uns die Druckerei mittlerweile gut genug, dass das alleine funktioniert. Wir sind wirklich sehr zufrieden über die gute Zusammenarbeit. Außerdem wird die Druckerei von einem Ehepaar betrieben – also ein Familienbetrieb, was uns sehr gut gefällt.

Zum Schluss bleibt noch Zeit für ein bisschen Eigenwerbung. Wo kann der Baumfreund eure Life-Tree T-Shirts kaufen – außer beim Freeworker?

Manuel: Wir haben unseren eigenen Online-Shop. Sonst sind wir regelmäßig auf Festivals unterwegs: Auf dem Tollwood in München und dem Uferlos in Freising sind wir seit Anfang an.

Martin: Und dann haben wir hier natürlich unseren kleinen Laden in der Augsburger Innenstadt.

Manuel: Genau, unser kleiner Laden, in dem wir uns gerade befinden (lacht). Das ist eher eine Art Showroom. Das Ziel ist nicht, ein klassisches Ladengeschäft mit großem Durchlauf zu sein. Aber er ist unser kleines Schmuckstück.

Vielen Dank für eure Zeit und viel Erfolg weiterhin!

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